Titel: Jeannest 's in der Bildhauerkunst anwendbarer Zirkel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. LXXXVIII. (S. 329–330)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/ar097088

LXXXVIII. Ueber einen in der Bildhauerkunst anwendbaren Zirkel, welcher von Hrn. Jeannest erfunden wurde; ein der Société d'Encouragement von Hrn. A. Durand erstatteter Bericht.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Mai 1845, S. 182.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Hr. Jeannest, Bronzefabrikant in Belleville bei Paris, welcher sich mit der Ausübung der Bildhauerkunst vertraut gemacht hat, erfand einen Zirkel, der vielen Bedürfnissen in dieser Kunst entspricht, und führte denselben auch aus. Dieser Zirkel hat den Zwek, die Anwendung von zwei Zirkeln, deren man sich gewöhnlich bedient, um durch eine Abscisse und Ordinate die Lage eines gesuchten Punkts annäherungsweise zu finden, wenigstens für nicht allzugroße Gegenstände zu ersezen, und zugleich auch das dritte Messungsmittel, das |330| man gewöhnlich braucht, um die Ebene zu bestimmen, in welcher dieser Punkt liegen muß. Er besteht aus vier beweglichen Armen, wovon drei durch die gewöhnlichen Mittel auf drei gegebene Punkte des Modells, die in irgend einer Ebene liegen können, eingestellt werden; der so gestellte Zirkel gestattet, daß mit seinem vierten Arme, welcher nach jeder Richtung hin beweglich ist, die Lage irgend eines vierten Punkts, der auf das zu bearbeitende Material übertragen werden soll, gemessen werden kann.

Fig. 18 stellt den Zirkel (zum Uebertragen einzelner an einem Modell genommener Punkte auf die zu fertigende Bildhauerarbeit) im Aufriß dar. Fig. 19 ist ein verticaler Durchschnitt desselben.

a, a sind die drei Hauptarme, deren Spizen auf das Modell aufgesezt werden; b beweglicher Arm, welcher zwischen den drei Armen a, a, a angebracht ist und durch ein stählernes Kugelgelenk c geht, das sich in jeder Richtung in einer Schale d, die den Kopf des Zirkels bildet, drehen kann. Dieser Arm ist durch die Flügelmutter n in dem Kugelgelenk befestigt und besteht aus zwei Theilen die durch ein Scharnier wieder mit einander vereinigt sind. Der obere Theil kann, vermöge des Kugelgelenks, das jedoch durch die Stellschraube f festgestellt werden kann, jede beliebige Bewegung annehmen; der untere Theil trägt einen Kreisbogen g, der durch einen Schliz in dem oberen Theil geht, wo er durch eine Schraube h festgestellt werden kann, nachdem man dem unteren Theil die gehörige Lage gegeben hat.

Der Arm b endigt unten mit einer Hülse i, durch welche eine Sonde geht, die mit einer Spize k versehen und dazu bestimmt ist, auf dem Modell das Maaß der vorspringenden oder zurüktretenden Theile zu nehmen und dann auf den Bildhauermarmor überzutragen. Ein Schieber l, der sich auf der Sonde auf- und ab bewegen läßt, zeigt an, wie viel Marmor wegzunehmen ist, um auf den verlangten Punkt zu kommen. m Stellschraube, um die Sonde gegen das Verschieben zu schüzen.

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