Titel: Ueber den Arsenikgehalt der Harzer Schwefelsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. XXII./Miszelle 2 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097022_2

Ueber den Arsenikgehalt der Harzer Schwefelsäure.

Vor einiger Zeit ist im XXXVIII Bandes des Archivs der Pharmacie von Hrn. Dr. Meurer auf den starken Arsenikgehalt der auf der Oker Hütte bei Goslar am Harz fabricirten Schwefelsäure aufmerksam gemacht und vor ihrem Ankauf gewarnt worden. Um dieselbe Zeit hatte bereits die Behörde, unter deren Verwaltung jene Fabrik steht (das königl. hannover'sche und herzogl. braunschweigische Communion-Bergamt zu Goslar), diese unangenehme Entdekung gemacht und hatte sogleich den fernern Verkauf dieser arsenikhaltigen Säure einstellen lassen. Zugleich hatte sie aber auch Versuche zur Ausmittelung eines Verfahrens veranstaltet, wodurch diese schädliche Verunreinigung sicher und wohlfeil entfernt werden könnte. Diese Versuche haben vollkommen den Erwartungen entsprochen. Mit Vergnügen kann ich den Wunsch der genannten Behörde erfüllen und hier, durch öffentlich bezeugen, daß die Schwefelsäure, welche jezt von der Oker Fabrik producirt und in den Handel gegeben wird, die meisten andern im Handel vorkommenden Schwefelsäuresorten an Reinheit übertrifft. Nach den in meinem Laboratorium von Dr. Schnedermann angestellten quantitativen Analysen ist der Arsenikgehalt in einem Centner dieser Harzer Säure so verschwindend klein, daß er bei den meisten Anwendungen nicht in Betracht kommen kann. Er beträgt auf 10,000 Pfund Säure nur 3/10 Pfd., also bei weitem weniger als in fast allen übrigen Schwefelsäuresorten. Ohne Zweifel wird es den fortgesezten Bemühungen jener Behörde bald gelingen, auch noch diese kleine Verunreinigung zu entfernen. Hervorzuheben ist auch noch der Umstand, daß diese Säure durchaus frei von Salpetersäure und Stikoxyd ist – Verunreinigungen, die in andern Schwefelsäuresorten so häufig und für manche Anwendung so unangenehm sind. Fr. Wöhler. (Erdmann's Journal 1845, Nr. 11.)

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