Titel: Verschiedene Anwendungen der Kartoffelstärke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. XXXIX./Miszelle 6 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097039_6

Verschiedene Anwendungen der Kartoffelstärke.

Der Luxus unserer Tafeln macht sich die Kartoffelstärke wohl zu nuze, die eben so gut ist wie der Sago, die Salep und Tapioca, welche nur viel theurer sind. Die Pastetenbäker machen die Kartoffelstärke zur Grundlage des sogenannten Savoyer Zwiebaks (biscuit de Savoie) und einer Crême, deren sich Personen ohne alle üblen Folgen bedienen, welchen die aus Mehl bereiteten aus Rüksicht der Gesundheit untersagt sind. Um diese Creme zu bereiten, nimmt man 1 Pfund Milch, von welchem man die Hälfte mit einem Vierling Zuker über Feuer bringt, und in die andere Hälfte 3 Eiergelb und 1 Eßlöffel voll Kartoffelstärkmehl rührt, welches hineingebracht wird, wenn die Milch eben zu kochen beginnt; man rührt Alles um und nach dreimaligem Aufwallen sezt man etwas Orangeblüthenwasser zu und so ist die Crême fertig. Man kann ihr Farbe und Geschmak nach Belieben ertheilen. – Nimmt man zu den Ragoûts statt Mehls Kartoffelstärkmehl, so werden die weißen Saucen weniger klebrig und leichter für den Magen. – Auf dem Lande gibt es wenig Haushaltungen, die so arm wären, um sich keine Buttermilch oder abgerahmte Milch verschaffen zu können; aus dieser bereitet man mit dem Kartoffelstärkmehl für die Kinder ein sehr angenehmes, sehr nahrhaftes und wohlfeiles Mus (Brei). – Bei den meisten erschöpfenden und abzehrenden Krankheiten ist dieses Starkmehl ein vortreffliches Mittel. (Moniteur industriel 1845, No. 936.)

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