Titel: Martens' Daguerreotyp für Umsichtbilder (daguerréotype panoramique).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. LXIII./Miszelle 4 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097063_4

Martens' Daguerreotyp für Umsichtbilder (daguerréotype panoramique).

Die neue Verbesserung des Daguerreotyps besteht im Wesentlichen darin, daß man mit einem hinsichtlich seiner Dimensionen und Güte ganz mittelmäßigen Objectiv Bilder von großer Längenausdehnung und ausgezeichneter Reinheit hervorbringen kann. So erhält man mit einem Objectiv von gewöhnlicher Güte Ansichten von 14 Par. Zoll Länge auf 4 1/2 soll Breite, welche auf dieser ganzen Fläche vollkommen rein sind und ein Gesichtsfeld von mehr als 150 Graden umfassen.

Das Verfahren, wodurch man dieses Resultat erzielt, besteht in der Hauptsache: 1) in einer horizontalen Bewegung, welche man dem Objektiv gibt, so daß es nach einander alle Punkte des Horizonts durchläuft; 2) in der cylindrischen Krümmung, welche das Silberblech anzunehmen genöthigt wird, und zwar mittelst Aufhälter, welche man nach Belieben anbringt: man bringt dadurch die Brennpunkte von Gegenständen, welche noch so ungleich von einander entfernt sind, auf die Oberfläche des Silberblechs; 3) die merkwürdige Reinheit der Bilder wird außerdem durch einen engen verticalen Schliz hervorgebracht, welcher am Boden einer Art Büchse angebracht ist, die dem Objectiv bei seiner Bewegung folgt. Dieser Schliz, welcher die Rolle eines Diaphragma spielt, das man hinten anbringen würde, läßt auf die empfindliche Schicht nur die Strahlen im Centrum wirken, nämlich diejenigen, welche keine merkliche Aberration haben.

Die Stellung der Drehungsachse des Objectivs muß mit der größten Genauigkeit bestimmt werden, denn sonst wurden sich die Bilder der Gegenstände, gegen welche sich der Apparat nach und nach richtet, bevor sie erlöschen und den nachfolgenden Plaz machen, auf dem mattgeschliffenen Glase und folglich auch auf dem Silberblech bewegen; man könnte dann keine reinen Bilder mehr erhalten.

Man erhält die geeignete Stellung der Achse in Bezug auf das Objectiv, indem man das Rohr des lezteren mehr oder weniger hineindrükt, bis die Unbeweglichkeit der Bilder vollkommen erreicht ist. (Comptes rendus, Junius 1845, No. 25.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: