Titel: Neues photographisches Papier von John Horsley.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. LXXXIV./Miszelle 3 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097084_3

Neues photographisches Papier von John Horsley.

Nach folgendem Verfahren bereitetes photographisches Papier soll das einfachste und wirksamste seyn; es liefert Bilder von großer Tiefe und Schönheit, die frei von allem Stich in Braun sind.

Man tränkt feinstes Schreibpapier (ohne Wasserzeichen) zuerst mit einer Auflösung von Kochsalz oder Salmiak, im Verhältniß von beiläufig 2 Drachmen auf 15 Unzen weiches Wasser. Diese Auflösung gießt man in eine Fläche schale, in welche man das Papier taucht und worin man es einige Minuten lang umdreht; man preßt es dann zwischen Löschpapier, saugt die überflüssige Feuchtigkeit mit einem reinen Tuch auf und troknet es an der Luft. Von solchem Papier hält man eine Quantität vorräthig, weil es sehr bald zum Gebrauch fertig gemacht ist und es besser ist, den nächsten Proceß bis kurz vor seiner Anwendung zu verschieden, damit das Papier seine Farbe ja nicht verändert.

Nun gibt man in ein Fläschchen, welches 3 Drachmen Liquor ammoniae enthält, 1 Drachme krystallisirtes salpetersaures Silber und 5 Gran Korksäure50); wenn die Auflösung klar ist, überfährt man damit das Papier (nachdem man eine Seite desselben zuvor bezeichnet hat), so daß eine ebene Schicht entsteht, troknet es dann am Feuer, aber nicht zu nahe und bringt es so schnell als möglich in den Copirrahmen.

Die Copien (welche 5 bis 10 Minuten Zeit und darüber erfordern) kann man dadurch fixiren, daß man sie zuerst einige Minuten in Wasser raucht, welches ein wenig Liquor ammoniae enthält, dann in eine Auflösung von unterschwefligsaurem |314| Natron (1 Theil Salz auf 6 Theile Wasser), worin man sie einige Minuten läßt, hierauf wieder in reines Wasser, worauf man sie zwischen Löschpapier troknet und zulezt am Feuer, wodurch die Farbe zum Vorschein kommt. (Chemical Gazette, 1845 No. 62.)

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Die Korksäure bereitet man nach Chevreul folgendermaßen: geraspelter Kork wird mit 6 Theilen Salpetersäure von 30° Baumé bis auf einen geringen Rükstand destillirt, welcher in einer Porzellanschale unter Umrühren zur Honigdike verdünstet wird. Kochendes Wasser zieht hieraus die mit künstlichem Bitter verunreinigte Korksäure aus, welche sich beim Verdunsten und Erkälten des Wassers abscheidet und durch wiederholtes Auflösen in heißem Wasser und Abkühlen gereinigt wird.

A. d. R.

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