Titel: Napier's Verfahren Medaillen und andere Gegenstände aus Silber auf galvanischem Wege zu erzeugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. LXXXIV./Miszelle 6 (S. 314–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097084_6

Napier's Verfahren Medaillen und andere Gegenstände aus Silber auf galvanischem Wege zu erzeugen.

Man gießt auf ein Modell aus Metall, Gyps etc. eine Composition aus 12 Theilen Leim und 3 Theilen Syrup, welche man zusammengeschmolzen hat. Diese bildet nach dem Abkühlen eine vollkommen biegsame Form, von welcher eine noch so tief gravirte Fläche leicht losgemacht werden kann. In eine so erzeugte Form gießt man eine Mischung von 3 Th. Talg, 1 Th. Wachs und 1/2 Th. Harz. Diese löst sich schon bei einer niedrigen Temperatur auf und sobald sie flüssig ist, versezt man sie, bevor man sie in die Form gießt, mit einer Auflösung von 1 Loth Phosphor in Schwefelkohlenstoff. Leztere ertheilt der geschmolzenen Masse, womit sie vermischt wurde, die Eigenschaft, das Silber aus dem salpetersauren Silber zu reduciren. Das neue Modell wird dann, nachdem es von der Form abgenommen ist, mit salpetersaurem Silber befeuchtet und überzieht sich dadurch mit einer dünnen Silberhaut, auf welche man nun mittelst einer galvanischen Batterie Kupfer niederschlägt. Wenn man diese zweite Form für hinreichend dik erachtet, schmilzt man die Composition weg und überzieht die Kupferform auf der Rükseite mit einer die Elektricität nicht leitenden Composition, gewöhnlich einer Mischung von Pech und Theer. In diese Form schlägt man dann mittelst einer galvanischen Batterie Silber aus einer Auflösung von (Zyansilber nieder, bis die Copie hinreichend dik ist; zulezt löst man die Kupferform mittelst Eisenchlorid (salzsaurem Eisenoxyd) auf, welches das Silber rein zurükläßt. Auf dieselbe Art kann man auch feine organische Gewebe vergolden. In allen Fällen, wo man eines vollkommenen metallischen Ueberzugs versichert seyn muß, wird der Gegenstand (nachdem er mit der Auflösung von Phosphor in Schwefelkohlenstoff |315| abgewaschen wurde) zuerst in eine Auflösung von salpetersaurem Silber und dann in eine Auflösung von Chlorgold, beide sehr verdünnt, getaucht. (Chemical Gazette, 1845, No. 63.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: