Titel: Verfahren das Papier so zuzubereiten, daß man mittelst einer farblosen Flüssigkeit schwarze oder blaue Schriftzüge darauf herrvorbringen kann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. C./Miszelle 6 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097100_6

Verfahren das Papier so zuzubereiten, daß man mittelst einer farblosen Flüssigkeit schwarze oder blaue Schriftzüge darauf herrvorbringen kann.

Ein solches Verfahren ließ sich Sir George Mackenzie in Cool, Grafschaft Ross, am 26. Septbr. 1844 patentiren. In das Papier werden nach dem Leimen folgende Pulver eingedrükt:

a) wenn die Schrift schwarz erscheinen soll,

3 Gewichtstheile gepulverte Galläpfel,
1 – entwässertes Blutlaugensalz (blausaures Eisenoxydul-Kali),
1 – kohlensaurer Kalk (Kreide) und
3 – Reismehl;

b) wenn die Schrift blau erscheinen soll,

1 Gewichtstheil wasserfreies Blutlaugensalz und
6–7 Theile Reismehl; man kann auch etwas Galläpfelpulver zusezen.

Die klare Flüssigkeit, welche als Schreibtinte für so vorbereitetes Papier benuzt wird, ist salzsaures Eisenoxyd (Eisenchlorid), mit viel Wasser verdünnt.

Um das Pulver in das geleimte Handpapier vor dessen Vollendung einzudrüken, bedient man sich der Hand und benuzt eine Bürste, um die überflüssigen Theile zu entfernen. Bei Pergament geschieht es auf dieselbe Weise.

Die Vorrichtung, um das Pulver auf Maschinenpapier aufzutragen, besteht: 1) aus Walzen zum Hineinleiten des Papiers; 2) einem Trog mit schmalem Loden aus feinem Drahttuch, welchem eine schüttelnde Bewegung ertheilt wird, so daß etwas Pulver aus ihm (auf das Papier) entweichen kann; anstatt des Trogs kann man auch einen fein durchbohrten sich drehenden Metallcylinder anwenden; 3) einer ziemlich weiten (offenen) Bürste mit seitlicher Bewegung, um das Pulver auf dem darüber hinziehenden Papier auszubreiten; 4) einer engen geschlossenen) und harten Bürste, mit einer seitlichen Bewegung, um das Pulver in das Papier einzureiben; 5) einer rotirenden Bürste, welche sich in entgegengesezter Richtung von dem Papier dreht, um das überflüssige Pulver abzukehren und 6) einer Walze, welche das Papier aufnimmt und dessen untere Seite nach Oben kehrt, damit sie eben so behandelt werden kann.

Um für so zubereitetes Papier eine unzerstörbare schwarze Tinte zu bereiten, zerreibt man entweder Tusch in einer ziemlich starken Auflösung von salzsaurem Eisenoxyd in Wasser; oder man macht einen steifen Teig aus dem feinsten Knochenschwarz und einem diken Schleim von arabischem Gummi, welchen man dann mit einer starken Auflösung von salzsaurem Eisenoxyd in Wasser verdünnt. (London Journal of arts, August 1845, S. 26.)

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