Titel: Neue Krystallisationserscheinungen in Glaubersalz-Auflösungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. CXVIII./Miszelle 7 (S. 466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097118_7

Neue Krystallisationserscheinungen in Glaubersalz-Auflösungen.

Löst man trokenes, aber nicht verwittertes Glaubersalz in ungefähr seinem gleichen Gewicht Wasser auf, so erhält man eine Flüssigkeit, welche, in einer hermetisch verschlossenen Röhre eingeschlossen, erkaltet, ohne zu krystallisiren; wenn aus dieser Röhre aber der Pfropf herausgezogen wird, so erstarrt die Flüssigkeit plözlich zu einer festen krystallinischen Masse (man vergleiche Berzelius' Lehrb. Bd. IV S. 152). Wählt man zu diesem Versuche einen tubulirten Kolben mit engem und langem Hals (man verschließt den Tubulus sorgfältig mit einem Korkstöpsel, durch welchen man eine Thermometerröhre stekt, deren Kugel in die Mitte des Kolbens zu stehen kommt) und bezeichnet man auf dem Hals das Niveau der Flüssigkeit in dem Augenblik, wo ein bisher darin angebrachtes Thermometer + 50° C. angibt, und fährt so fort das Niveau von 5 zu 5 Graden zu bezeichnen, bis das Thermometer auf 0 steht; öffnet man dann die Mündung des Halses, um Luft eintreten zu lassen, so wird man bemerken daß, während die Krystallisation der Salzlösung vor sich geht, das Thermometer auf + 17,5° bis 18° steigt, zu gleicher Zeit nimmt die Flüssigkeit so an Volum zu, daß sie wieder denselben Raum einnimmt, welchen sie bei + 43° hatte. Stellt man den Kolben in Schnee, um die Salzmasse auf 0° erkalten zu lassen, so nimmt sie dabei an Volum beständig zu und erreicht wieder die Höhe, welche sie hatte, als sie noch flüssig und bis auf + 50° erwärmt war. Sezt man nun neuerdings den Kolben einer gelinden Wärme aus, so löst sich das krystallisirte Salz wieder auf und während dieß geschieht, steigt das Thermometer und fällt die Flüssigkeit wieder in Folge der Verringerung ihres Volums. – Es ist dieß das erste mir bekannte Beispiel einer Raumverminderung, welche bei einem Salz mit vollem Wassergehalt während dessen Auflösung in Wasser stattfindet. Fr. Selmi, Prof. der Chemie in Reggio. (Journal de Pharmacie, August 1845, S. 122.)

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