Titel: Ueber Bereitung des durch Wasserstoff reducirten Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 97, Nr. CXVIII./Miszelle 8 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj097/mi097118_8

Ueber Bereitung des durch Wasserstoff reducirten Eisens.

Seit mehreren Jahren bereite ich das durch Wasserstoff reducirte Eisen durch folgendes nicht kostspielige, leicht auszuführende und gefahrlose Verfahren. Meine Vorrichtung besteht aus zwei Flintenläufen, wovon der eine über einen Ofen gelegt wird, während der andere auf einer metallenen Unterlage aufliegt; diese Flintenläufe werden gehörig mit Eisensafran83) angefüllt. Das reine Wasserstoffgas streicht durch dieselben, nachdem es vorher durch eine erste Wasser enthaltende Waschflasche, durch eine zweite, welche Aezkalilösung enthält, eine dritte, zur Hälfte mit salpetersaurer Silberauflösung angefüllte und eine vierte leere, gestrichen ist, in welcher leztern es von überschüssiger Feuchtigkeit befreit wird. Durch den Stöpsel dieser lezten Flasche gehen drei Löcher, wovon eines die das Gas herbeiführende Röhre aufnimmt, die beiden andern aber zwei Hähne, deren |467| jeder mittelst einer gebogenen Röhre mit einem der Flintenläufe in Verbindung steht; am Ende jedes Laufs befindet sich eine kleine Glasröhre, welche in dem eisernen Lauf mittelst etwas Töpfererde befestigt wird; leztere wird, damit sie beim Ablösen das Präparat nicht beschmuzt, durch eine kleine Amianthkugel vom Eisensafran getrennt. Ist der Apparat auf besagte Weise vorgerichtet, so wird der Hahn, welcher mit dem auf dem Ofen liegenden Lauf in Verbindung steht, geöffnet, der andere geschlossen; man bewirkt mittelst verdünnter Schwefelsäure Wasserstoffentwiklung; das Gas, nachdem es den Weg durch alle Flaschen gemacht, treibt alle in dem Lauf enthaltene Luft aus. Nach fünf Minuten andauernder Entwiklung kann ohne Gefahr der Flintenlauf erhizt und nach und nach bis zum Dunkelrothglühen gebracht werden, wobei der Gasstrom beständig unterhalten wild. Wenn in der kleinen Glasröhre am Ende des Laufs keine Wasserdämpfe mehr wahrzunehmen sind, so ist die Operation beendigt, man nimmt einige Kohlen heraus und öffnet den Hahn des zweiten Laufs. Nach Verlauf von fünf Minuten bringt man diesen leztern an die Stelle des erstern, den man bei Seite schafft, auf eine Unterlage legt und in einem Wasserstoffstrom abkühlen läßt. Nach dem Erkalten leert man ihn aus, nachdem man seinen Hahn geschlossen hat und füllt ihn wieder mit Eisensafran an. Man verfährt mit dem zweiten Lauf wie mit dem ersten u.s.f. – Statt der Glasröhren finde ich es vortheilhafter, zur Verbindung der verschiedenen Theile des Apparats Bleiröhren anzuwenden; nur für die Silberauflösung und die den Flintenläufen anzupassenden Theile wähle ich Glasröhren. Vielleicht wäre es gut, das Gas mittelst eines hygrometrischen Körpers vollkommen zu troknen; bisher unterließ ich es, um den Apparat nicht noch complicirter zu machen. A. Thibierge. (Journal de Pharmacie, August 1845 S. 132.)

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Ich ziehe den Eisensafran dem Eisenoxydhydrat und den natürlichen Oxyden vor, weil er sich leichter reducirt und ein feiner zertheiltes Präparat liefert.

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