Titel: Loysell's Verbesserungen an Thee- und Kaffeemaschinen.
Autor: Lantais, Eduard Loysell de la
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. C. (S. 372–374)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/ar098100

C. Verbesserungen an Thee- und Kaffeemaschinen, worauf sich Eduard Loysell de la Lantais am Walsinghame-place, Grafschaft Surrey, am 16. Januar 1845 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of patent-Inventions, Septbr. 1845, S. 150.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Die Figuren 27 und 28 stellen eine meiner Erfindung gemäß construirte Kaffeemaschine in zwei Durchschnitten dar. Fig. 29 ist ein Grundriß derselben.

Die Figuren 30 und 31 zeigen einige Theile dieses Apparats abgesondert. a ist das äußere Gefäß, welches über ein Feuer gestellt wird, um das Wasser zu erwärmen. Dieses Gefäß besizt eine Handhabe b und ein Ausgußrohr c, dessen Mündung durch einen Stöpsel d verschließbar ist. Der Zwek des leztern soll nachher erläutert werden. In dem Gefäß a ist das Gefäß e befestigt, welches unten bei f mit feinen Löchern durchbohrt ist. Das Gefäß e ist durch den Seiher g in zwei Abtheilungen getheilt. h ist ein hohler Schwimmer, welcher steigt, wenn das Extract in das Gefäß e fließt, und durch den Stab h1 anzeigt, wie viel Flüssigkeit sich in diesem Gefäß befindet; i ein Gefäß das in umgekehrter Lage über den oberen Theil der Gefäße a und e gesezt wird, wobei der Rand i1 dem Gefäß e als Dekel dient. Vermittelst schlizartiger Oeffnungen j, j kann das umgekehrte Gefäß i an den oberen Theil des Gefäßes i befestigt werden; auch befindet sich zur Aufnahme des Stöpsels l in dem hervorspringenden Rande i1 eine Oeffnung k, welche mit der Einfüllöffnung des Gefäßes a correspondirt, und deren Zwek nachher erläutert werden soll. Unter dem Boden des Gefäßes e, und mit demselben bei f communicirend, ist eine krumme Röhre n befestigt, welche bis nahe an den Dekel des Gefäßes a hinauf und bis in die Nähe des Bodens des lezteren wieder hinabsteigt. Die Art und Weise, wie das Wasser durch diese gebogene Röhre veranlaßt wird in das Gefäß e zu stießen, bildet in Verbindung mit den geeigneten Gefäßen das wesentlich Neue an diesem Theil meiner Erfindung.

Wenn man nun von diesem Apparat Gebrauch machen will, so nimmt man zuerst das Gefäß i von dem Gefäß e ab, bringt den |373| gemahlenen Kaffee in den unteren Theil des Gefäßes e und bedekt ihn mit dem Seiher g. Das Gefäß oder der Trichter i wird sodann in die Einfüllöffnung des Gefäßes a eingefügt, wie die punktirten Linien anzeigen, und mit kaltem Wasser gefüllt. Da das leztere jedoch nicht eher in das Gefäß a fließt, als bis der Stöpsel von der Mündung abgenommen ist, so kann die Füllung bis zu einem beliebigen Grad bewerkstelligt werden, so daß man je nach der größeren oder geringeren Stärke des verlangten Extracts der in e befindlichen Quantität Kaffee eine geeignete Quantität Wassers zumessen kann. Nachdem der Stöpsel aus der Mündung genommen worden ist, fließt Wasser in das Gefäß a; der Stöpsel wird hierauf wieder in die Mündung gestekt, der Schwimmer in das Gefäß e auf den Seiher g gelegt und das Gefäß i über das Gefäß e gestürzt, worauf der Stöpsel l> durch die Oeffnung k des Gefäßes i in die Füllöffnung an der oberen Seite des Gefäßes a gestekt wird. So angeordnet wird der Apparat über das Feuer gestellt. Das heiß werdende Wasser wird, bevor es siedet, die in beiden Gefäßen a und e enthaltene Luft ausdehnen, und die Expansion einiges Wasser durch die gebogene Röhre in das Gefäß e zu fließen veranlassen; der durch die gesteigerte Hize erzeugte Dampf wird sofort das Wasser durch die gebogene Röhre und durch den Kaffee in das Gefäß e treiben, wobei der Stab des Schwimmers anzeigt, wie viel Wasser hineingeflossen ist. Ist der Schwimmer bis zum höchsten Punkt gestiegen, so nimmt man den Apparat vom Feuer, worauf in Folge der in dem Gefäß a rasch eintretenden Abkühlung das in e befindliche Extract vermöge des Luftdruks durch den gemahlenen Kaffee in das Gefäß a zurükgetrieben wird, von wo aus derselbe nach Abnahme des Stöpsels eingeschenkt werden kann.

Ich gehe nun auf den zweiten Theil meiner Erfindung über, der sich hauptsächlich auf die Bereitung von Extracten aus Thee und andern Materialien bezieht. Hinsichtlich der gebogenen Röhre gleicht dieser Apparat dem oben beschriebenen.

Fig. 32 stellt den Apparat im Verticaldurchschnitt dar. s ist ein Untergestell und t ein eiserner Heizer, welcher auf einem in das Untergestell befestigten Ziegel v ruht.

Fig. 33 ist ein die Stelle eines Trichters vertretendes Gefäß, um in das äußere Gefäß o, worin das Gefäß p befestigt ist, Wasser gießen zu können. Das eine Ende der gebogenen Röhre n tritt in den unteren Theil des Gefäßes p, das andere Ende erstrekt sich in das Wasser des Gefäßes o und zwar bis nahe an den Boden des lezteren. An der Röhre n befindet sich ein Hahn, der so eingerichtet |374| ist daß, wenn er nach der einen Richtung gedreht wird, der Trichter Fig. 33 in die Oeffnung g gestekt werden kann. Wird nun heißes Wasser in diesen Trichter gegossen, so fließt es in das Gefäß o, und wenn sich die Temperatur des Wassers durch den Heizer steigert, so strömt der Dampf frei aus der Oeffnung g. Jezt wird der Hahn geschlossen, worauf der Druk des zwischen dem äußeren Gefäß o und dem inneren Gefäß p enthaltenen Dampfs das Wasser den einen Schenkel der Röhre n hinauf und den andern Schenkel hinab in das Gefäß p drüken und daselbst den beabsichtigten Theeaufguß bewerkstelligen wird. Dreht man den Hahn, um Wasser in das Gefäß o aufzunehmen, so wird der Weg zwischen den beiden Schenkeln der Röhre n abgesperrt; dreht man ihn dagegen wieder zurük, so wird die Verbindung zwischen beiden Schenkeln wieder hergestellt. r ist ein Dekel für das Gefäß p.

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