Titel: Fabrication flüssiger Gallussäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. XIX./Miszelle 9 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098019_9

Fabrication flüssiger Gallussäure.

Der starke Verbrauch von Galläpfeln in den Färbereien zu Lyon veranlaßte Hrn. Michel ein Surrogat dieses ausländischen Products auszumitteln und seine Versuche wurden mit dem besten Erfolg gekrönt. In der Nähe von Lyon sind zwei Fabriken und zwei in dem Städtchen Pont-de-Beauvoisin (Isère) mit dessen Erzeugung beschäftigt. Man bereitet die Gallussäure aus alten Kastanienbäumen, welche keine Früchte mehr tragen und auch nur noch schlechte Kohle liefern. Eine Maschine mit Kreissäge schneidet das Holz in dünne Späne; diese werden in einen durch Dampf geheizten Kessel mit Rost gebracht, die Abkochungen in große Kufen geschüttet und stehen gelassen. Die abgelassene klare Flüssigkeit wird in flachen Kesseln abgedampft und wenn sie 20° Baumé zeigt, auf Fässer gebracht. Dieses Decoct ersezt vollkommen das der Galläpfel. 100 Theile Späne von alten |78| Kastanienbäumen liefern 16 bis 18 Thle. Decoct, welches im Handel mit dem Namen flüssiger Gallussäure bezeichnet wird. Der Hektoliter desselben wird zu 38 bis 42 Fr. verkauft. — Die Fabriken bestehen erst seit kurzer Zeit und werden sich hoffentlich halten; ihr Product ist beliebt, kann aber nur da gewonnen werden, wo es Kastanienbäume gibt. (Technologiste, August 1845, S. 502.)

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