Titel: Ueber Grubenbeleuchtung mittelst der elektrischen Lampe (Schreiben von de la Rive an Boussingault).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. XLV./Miszelle 4 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098045_4

Ueber Grubenbeleuchtung mittelst der elektrischen Lampe (Schreiben von de la Rive an Boussingault).

Aus den Comptes rendus etc. ersehe ich, daß Sie sich mit der Ermittelung eines Verfahrens beschäftigen, um die galvanische Säule zur Beleuchtung für die Grubenarbeiter anzuwenden. Auch ich beschäftige mich hiemit schon seit langer Zeit. Mehrere Versuche die ich anstellte, fielen nicht alle gleich glüklich aus; vor Kurzem aber hatte ich bessern Erfolg, und ich bin jezt auf dem Wege zu einem sowohl wohlfeilen als sehr bequemen Verfahren. Die Säule, deren ich mich bediene, besteht aus mehreren concentrischen Cylindern von Kupfer oder Platin, welche durch poröse Cylinder so von einander getrennt werden, daß sie eine Reihe von vier bis fünf Paaren bilden; das positive Metall ist flüssiges Zinkamalgam, oder noch besser Kaliumamalgam; die Flüssigkeit ist Kupfervitriollösung wenn das negative Metall Kupfer, Chlorplatin aber, wenn es Platin ist.

Eine der größten Schwierigkeiten besteht darin, ein constantes Licht hervorzubringen. Es ist mir dieß noch nicht vollkommen gelungen; doch bin ich schon sehr weit gelangt durch Anwendung kleiner, hohler und dünner Cylinder aus Kohks, jenen ähnlich, deren man sich zur Bunsen'schen Säule bedient; nur nehme ich sie von viel kleinern Dimensionen und ordne sie wie die Dochte einer Lampe an. Ein Ring oder eine dike Scheibe von Metall, von demselben Durchmesser wie der Kohlencylinder, wird über diesem in der Art angebracht, daß der elektrische Strom zwischen beiden hindurchgeht. Es muß Sorge getragen werden, daß der Strom von dem unten befindlichen Kohlencylinder an den über ihm befindlichen metallenen Conductor geht, damit die von unten in die Höhe geführten Kohlentheilchen durch ihr eigenes Gewicht wieder zurükfallen. Das Ganze, nämlich der Kohlencylinder sammt den ihn tragenden metallenen Hältern, so wie der als Leiter dienende Ring oder die Scheibe, kommt in einen kleinen, hermetisch verschlossenen Glasballon. Man braucht die Luft aus demselben nicht auszupumpen, weil der wenige darin enthaltene Sauerstoff von der glühenden Kohle bald absorbirt wird; alle Verbindung mit der äußern Luft muß aber vollkommen vermieden werden. Die galvanische Säule wird außerhalb des Ballons an zwei Metallstäben angebracht, wovon der eine mit dem Kohlencylinder, der andere mit dem metallenen Conductor in Verbindung steht. Man kann sie wechseln oder neu laden, ohne an der innern Zurichtung etwas zu verändern.

Je nach der Kraft der Säule thut man gut an einem metallenen Conductor zwei Spizen oder zwei Kohlencylinder anstatt eines einzigen anzuwenden. Die Zubereitung der Kohle ist ebenfalls von großem Belang. Ich habe hierüber mehrere Versuche angestellt, bin aber noch bei keinem Verfahren stehen geblieben. (Moniteur industriel, 1845, No. 965.)

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