Titel: Oehl zur Verhütung des übeln Geruchs der Abtrittgruben etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. LXVIII./Miszelle 12 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098068_12

Oehl zur Verhütung des übeln Geruchs der Abtrittgruben etc.

Bekanntlich, sagt Hr. Robinet, wird der Wein in mehreren südlichen Gegenden in großen irdenen Krügen aufbewahrt; um seine Verdunstung aus ihren großen Oeffnungen zu verhindern, schüttet man auf seine Oberfläche eine Schicht Olivenöhls, wodurch jeder Verlust an Wasser und Weingeist vermieden wird. Aehnlicher Mittel bedient man sich öfters in den Apotheken. Hievon ausgehend, gelang es mir, jeden übeln Geruch beim Ausräumen der Gruben zu vermeiden; sobald die Grube geöffnet wird, schütte ich von irgend einem Oehl so viel hinein, daß der Inhalt ½ bis 1 Linie hoch davon bedekt wird. Ein Liter Oehl gibt eine 1 Millimeter dike Schicht auf 1 Quadratmeter; wenn die Grube 10 Quadratmeter Oberfläche hat, sind sonach 10 Liter Oehl erforderlich. Ist das Oehl flüssig und hat der Inhalt eine Temperatur von + 8° R., so reicht diese Quantität Oehl hin. Ist das Oehl aber dik und der Inhalt kalt, so ist zweimal so viel Oehl erforderlich, um eine zweimal so dike Schicht zu bilden. Bekanntlich reicht der den Inhalt ausschöpfende Pumpenstiefel bis auf den Boden der Grube. Mit dem Ausschöpfen fällt die Flüssigkeit und die Oehlschicht mit ihr, so daß alle Berührung mit der Luft aufgehoben ist und sich kein übler Geruch verbreiten kann. Auch in die Transportfässer wird eine ½–1 Linie dike Oehlschicht gegossen. Die so behandelten Stoffe erleiden keine nachtheilige Veränderung und verlieren nichts an ihrer Brauchbarkeit in der Landwirthschaft. (Moniteur industriel 1845, No. 948.)

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