Titel: Nahrhaftigkeit der Sesamkörner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. XCII./Miszelle 11 (S. 335–336)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098092_11
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Nahrhaftigkeit der Sesamkörner.

Daß die Sesamkörner ein Oehl liefern, dessen Anwendbarkeit die Marseiller Seifenfabrikanten schon anerkannten, ist bekannt; ob aber die Preßkuchen derselben auch zur Viehfütterung tauglich sind, darüber wurden erst kürzlich von Gasparin und Payen Versuche angestellt. Die Milch eines damit gefütterten Schafes enthielt in 100 Theilen 75 Wasser, 10 Butter, 7 stikstoffhaltige Materie und 6 Lactin und Salze. — Hr. Damoiseau, welchem ähnliche Versuche mit einer Kuh übertragen wurden, gibt folgende Uebersicht von zweierlei Fütterungen derselben.

Fütterung einer Kuh in 24 stunden. Gewöhnliche Ration. Fütterung mit Preßkuchen.
Kilogr.
Runkelrüben 32 0,0
Zertheilte Sesampreßkuchen 0,0 6,666
Wasser 0,0 26,667
Weiße Grießkleien 2,667 2,667
Schwarzes Kleienmehl 2,667 2,667
Luzerne 4 0,0
Haferstroh 6 6
Kochsalz 0,50 0,50

Es geht aus dieser Tabelle hervor, daß 32 Kilogr. Runkelrüben und 4 Luzerne, welche 8 Kilogr. trokener Substanz repräsentiren, durch 6,666 Oehlkuchen ersezt wurden, welcher noch mehr stikstoffhaltige Materie und Fettsubstanz enthält und mehr Milch liefert, indem bei gewöhnlicher Fütterung beim Melken in 24 Stunden 15 Liter, und bei derjenigen mit Oehlkuchen 17 Liter Milch erhalten wurden. Die Zertheilung des Oehlkuchens macht auch nicht mehr Arbeit als das Puzen und Einschneiden der Rüben. Da überdieß das Sesamöhl ungefärbt und geruchlos ist, so erhält die Milch den unangenehmen Geschmak nicht, welchen ihr sonst die Oehlrükstände ertheilen. (Recueil de la Société polytechnique, Febr. 1845, S. 108.)

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