Titel: Oxland's Verfahren Chlor zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. XCII./Miszelle 3 (S. 331–332)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098092_3

Oxland's Verfahren Chlor zu bereiten.

Bekanntlich bildet salzsaures Gas mit 1½ Maaß Sauerstoffgas gemischt, durch Elektricität Wasser und Chlorgas. Robert Oxland, Chemiker zu Plymouth in der Grafschaft Devon, ließ sich die analoge Zersetzung des mit atmosphärischer Luft gemischten salzsauren Gases in der Hize für England (am 20. Febr. 1845) patentiren. Er beschreibt sein Verfahren, dessen praktischer Nuzen höchst problematisch ist, folgendermaßen:

„Ich vermische salzsaures Gas und atmosphärische Luft im Verhältniß von 1 Maaß des ersteren auf 2 Maaß der lezteren und leite das Gemisch durch einen luftdichten Ofen, welcher auf heller Rothglühhize erhalten wird. Das salzsaure Gas (durch Zersezung von Kochsalz mit Schwefelsäure bereitet, mit welchem aber keine Verbrennungsproducte gemengt seyn dürfen) muß zu diesem Zwek vorläufig getroknet werden, indem man es durch einen Behälter leitet, welcher mit Stüken von feuerbeständigem Thon gefüllt ist, über die beständig ein schwacher Strom concentrirter Schwefelsäure fließt. Die atmosphärische Luft pumpe ich in einen luftdichten eisernen Behälter, aus welchem ihre Ausströmung (zur Vermischung |332| mit dem salzsauren Gas) durch einen Sperrhahn oder ein Ventil regulirt wird. Der Zersezungsofen hat die Form eines gewöhnlichen Flammofens, ist aber so construirt, daß das Feuer über die Brüke und unter der Sohle hinziehen kann, daher der Ofen erhizt wird, ohne daß das Feuer oder die Flamme in ihn streicht. Das Innere des so gut als möglich luftdicht gemachten Ofens wird mit Stüken von porösem Bimsstein gefüllt) das Gemisch von Gas und Luft tritt an dem einen Ende ein und an dem anderen Ende zunächst dem Feuer durch eine Röhre in der Deke des Ofens aus. Der zunächst dem Feuer befindliche Theil des Ofens sollte auf heller Rothglühhize erhalten werden, nämlich durch ein außerhalb wirkendes Feuer, wobei der Rauch von der Feuerstelle aus durch Züge über dem Ofen in den Kamin entweicht. Durch die Zersezung des Gasgemisches in der Hize erhält man Chlor, vermengt mit Stikstoff, überschüssiger atmosphärischer Luft und unzersezter Salzsäure; diese Mischung muß abgekühlt werden, indem man sie durch eine Reihe Röhren von Steinzeug leitet, welche mit kaltem Wasser umgeben sind; hierauf wird sie noch durch Wasser geleitet, um die Salzsäure zu absorbiren. Das rükständige Gasgemisch leitet man zur Bereitung von Chlorkalk in die bekannten Kalkapparate, worin das Chlor absorbirt wird; den Stikstoff und die atmosphärische Luft, womit es vermischt war, läßt man daraus in die Luft entweichen.“ (Repertory of patent-Inventions, Okt. 1845, S. 251.)

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