Titel: Bereitung von Holzgeist und Holzsäure aus Torf.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. XCII./Miszelle 7 (S. 333–334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098092_7

Bereitung von Holzgeist und Holzsäure aus Torf.

Thomas Drew und Edward Stocker zu Saint Austell in Cornwall ließen sich am 18. März 1845 hiezu folgendes Verfahren patentiren. Getrokneter Torf wird in Dförnigen Retorten aus Gußeisen oder feuerbeständigem Thon, wie man sie zur Holzsäurebereitung gewöhnlich anwendet, destillirt. Die Hize streicht unter dem Boden der Retorte und über ihre Deke hin, auf welcher ein eisernes |334| Mundstük gut aufgepaßt ist, von dem ein kurzes Seitenrohr ausgeht, um die Röhren des Verdichtungsapparats damit zu verbinden. Leztere müssen in Bezug auf Querschnitt und Länge so angeordnet seyn, daß sie eine hinreichende Fläche zur Verdichtung der flüchtigen Destillationsproducte darbieten. Man kann die Retorten von der kaum sichtbaren Dunkelrothglühhize bis zur hellen Rothglühhize treiben. Statt die flüchtigen Producte aus allen Retorten in eine einzige Röhre treten zu lassen, ist es besser jede Retorte mit einer besonderen Röhrenleitung zu versehen, die in gewissen Zwischenräumen, beiläufig 10 Fuß von der Retorte beginnend, mit abwärtsgehenden Röhren versehen ist, durch welche die verdichteten Producte in einen unten befindlichen Recipient auslaufen. Jede Röhrenleitung wird in eine (etwa 2 Zoll) weitere gestekt; die einzelnen zusammengefügten Röhren sollten einen Fall von beiläufig einem Zoll auf fünf Fuß in der Richtung von der Retorte gegen das Ende des Verdichters haben. Die sie umgebenden Röhren sollten eine eben so große Neigung in der entgegengesezten Richtung haben, so daß das kalte Wasser, welches durch leztere lauft, zuerst mit dem kältesten Theil der anderen Röhren zusammentrifft, um die Abkühlung desto besser zu bewirken.

Die Destillationsproducte bestehen aus Wasser, Holzgeist, Holzsäure, Ammoniak, Theer und Oehl, welche wie bei der Destillation des Holzes von einander getrennt werden; auch erhält man ein unverdichtbares brennbares Gas. (Repertory of patent-Inventions, Okt. 1845, S. 250.)

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