Titel: Ueber Gutta-Percha, ein Surrogat des Kautschuks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. XCII./Miszelle 9 (S. 334–335)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098092_9

Ueber Gutta-Percha, ein Surrogat des Kautschuks.

Eine frühere Mittheilung über die Gutta-Percha, eines Surrogats des Kautschuks (polytechn. Journal Bd. XCVII S. 239) können wir nun durch die Bemerkungen von Douglas Macbagan ergänzen. Der botanisch noch unbekannte Baum, welcher sie liefert, ist an den Ufern der Meerengen von Malacca, Borneo und den benachbarten Gegenden zu Hause. Diese malayisch so benannte Substanz ist in mehrfacher Hinsicht vom Kautschuk verschieden. Sie ist von blaßgelber beinahe schmuzigweißer Farbe, fast so hart wie Holz, obwohl sie vom Nagel leicht Eindrüke annimmt, sehr zähe und durchaus nicht elastisch. In ihrer Elementarzusammensezung ist sie mit dem Kautschuk, welcher nach Faraday aus 87,2 Kohlenstoff und 12,8 Wasserstoff besteht, beinahe übereinstimmend, sie gab nämlich 86,36 Kohlenstoff und 12,15 Wasserstoff und 1,49 war (wahrscheinlich während der Reinigung derselben aus der Luft absorbirter) Sauerstoff. Ebenso verhält sich die Gutta-Percha bei der troknen Destillation dem Kautschuk gleich und gibt dieselben Producte. Wie dieser ist sie auch in Steinkohlen-Naphtha |335| Kautschuköhl und Aether löslich, unlöslich aber in Alkohol, auf welchem sie schwimmt. Hinsichtlich ihrer Bildbarkeit unter Wasser bei gewissen Temperaturgraden beziehen wir uns auf den früheren Artikel. Eine Kugel von 1 Zoll Durchmesser weichte in 10 Minuten in kochendem Wasser ganz auf, erlangte aber in weniger als ½ Stunde ihre Härte wieder, welcher Wechsel nach Belieben oft wiederholt werden zu können scheint. Erweicht, kann die Gutta-Percha leicht zerrissen werden; im harten Zustand aber vermochte ein Gewicht von 42 Pfd. ein kaum ⅛ Zoll dikes Stük nicht zu zerreißen, was erst mit 50 Pfd. der Fall war. Außer ihrer Anwendung zu Messerheften etc. statt des Holzes, eignet sich die neue Substanz auch zur Verfertigung wasserdichter Zeuge wie der Kautschuk. (Edinburgh new philosophical Journal, Okt. 1845, S. 238.)

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