Titel: Ueber Nasmyth's Dampf-Rammmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. CX./Miszelle 1 (S. 410–411)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098110_1

Ueber Nasmyth's Dampf-Rammmaschine.

Die Dampf-Rammmaschine des Hrn. Nasmyth, welche im polytechnischen Journal Bd. XCIV S. 9 beschrieben wurde, ist nun in Devonport in vollem Gang beim Bau eines Dammes, zur Abhaltung der See und Bildung eines Binnenhafens. Hr. Nasmyth berichtet, daß er bei seinem ersten Versuch mit einem Theil der Maschine einen Pfahl von 14 Zoll im Quadrat und 18 Fuß Länge mit 20 Stößen des Rammklozes 15 Fuß tief in den Boden schlug, wobei die Maschine in der Minute 70 Schläge gab. Der Grund war ein grobes Erdreich, auf einem starken, festen Thonlager liegend. Die Maschine übertrifft in ihren Leistungen alle Erwartungen und stekt jezt 66 Fuß hohe Pfähle in den Boden wie ein Frauenzimmer Nadeln in ihr Nähkissen stekt. Alle mit jedem Pfahle vorzunehmenden Operationen, von der Zeit an, wo er noch längs des Gestells schwimmt, bis er in dem festen Grund von Schiefergestein stekt, erfordern nur 4½ Minuten. Die große Vorrichtung, welche Maschine, Kessel, Arbeiter und alles dazu Nöthige fortschafft, bewegt sich auf ihrer Eisenbahn fort wie ein Schiebkarren, so daß in dem Augenblik, wo man mit dem lezten fertig wurde, schon wieder ein neuer Pfahl durch sie aus dem Wasser hoch in die Luft gehoben wird; sie läßt ihn genau auf seinen Plaz nieder, bedekt ihn mit der großen Kappe, welche ihm beim Einsinken in den Grund folgt, und dann schlägt der Rammkloz auf seinen Kopf und fällt 70mal in einer Minute auf ihn nieder. Auf den ersten Schlag drang der Pfahl 6 Fuß tief ein, das Eindringen nahm aber mit jedem Schlag etwas ab, bis es im harten Boden auf dem festen Schiefergestein sich auf 9 Zoll reducirte. Nichts spricht besser für die Vorzüglichkeit des Princips dieser Erfindung, das Moment durch ein schweres Gewicht, welches sich mit geringer Geschwindigkeit bewegt, zu erlangen (während man früher ein leichtes Gewicht mit großer Geschwindigkeit sich bewegen ließ), als der Stand der Köpfe der Pfähle, wie sie bei dem neuen Verfahren in Vergleich mit dem älteren eingetrieben werden. Ein 56 Fuß langer Pfahl wurde durch einen 12 Centr. schweren Rammkloz eingetrieben, welcher von einer großen Höhe herabfiel, in 5 Minuten nur einen Schlag machte und 20 Stunden zu dessen Einrammung bedurfte; obgleich durch einen |411| eisernen Reif geschüzt, war der Pfahl am Kopfe so zerspalten und zersplittert, daß ein neuer Kopf angesezt werden mußte, um ihn weiter einzutreiben; während ein anderer Pfahl, obschon 66 Fuß lang und mit keinem eisernen Reif versehen, einen ganz glatten Kopf behielt, als man ihn mit einem 50 Cntr. schweren Hammer, welcher nur 3 Fuß hoch herabfiel, und 70 Schläge in der Minute machte, einrammte. (Mechanics' Magazine, 1845 Nr. 1147.)

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