Titel: Parkes' Verfahren Kautschuk-Auflösungen zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. CX./Miszelle 4 (S. 411–412)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098110_4
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Parkes' Verfahren Kautschuk-Auflösungen zu bereiten.

Man löst den Kautschuk in Schwefelkohlenstoff auf, wovon man 2 Pfd. auf ½ Pfd. Kautschuk nimmt; das Verhältniß muß übrigens nach der gewünschten Klebrigkeit der Auflösung abgeändert werden. Der Schwefelkohlenstoff löst den Kautschuk vollständig und ohne Anwendung von Wärme auf; die Flüssigkeit drükt man durch ein Leinentuch, um alle Unreinigkeiten des Kautschuks zurükzuhalten. Diese Kautschukauflösung ist zu allen Zweken anwendbar, wie die sonst gebräuchlichen; namentlich kann man sie auch mit Schwefel verbinden, so daß derselbe halb so viel als der angewandte Kautschuk beträgt (man vergl. polytechn. Journal Bd. XCVII S. 146).

Eine wohlfeilere Auflösung kann man mit ¼ Pfd. Schwefelkohlenstoff und 3 Pfd. Steinöhl oder Terpenthinöhl auf 1 Pfd. Kautschuk darstellen.

Will man den Kautschuk zu einer festen Masse formen, so weicht man 10 Pfd. zerschnittenen Kautschuk in beiläufig 7 Pfd. Schwefelkohlenstoff ein; in Zeit von zwei Stunden wird er schon so erweicht seyn, daß er geknetet und zu Kuchen geformt werden kann; um den angewandten Schwefelkohlenstoff wieder zu gewinnen, troknet man dieselben in einem geschlossenen mit Refrigerator verbundenen Apparat bei nur 17–30° R. Temperatur aus.

Der Schwefelkohlenstoff ist auch ein sehr gutes Auflösungsmittel für Copal, Mastix, Bernstein, Lak und andere Harze; auf 1 Pfd. Harz sind 6 Pfund Schwefelkohlenstoff hinreichend. (Repertory of Patent-Inventions, Oktbr. 1845, S. 247.)

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