Titel: Neue Art von Spiegel-Belegung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 98, Nr. CXXIII./Miszelle 2 (S. 458)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj098/mi098123_2

Neue Art von Spiegel-Belegung.

Bisher benuzte man zum Belegen der gewöhnlichen Spiegel laufendes Queksilber und Zinnfolie, zum Belegen der Glaskugeln, Hohlspiegel und convexen Spiegel in der Wärme aber ein Amalgam aus Wismuth, Zinn und Blei mit Queksilber; in der neuesten Zeit endlich wandte der Engländer Drayton ein eigenthümliches Verfahren an, indem er auf das polirte Glas aus Silberauflösung mittelst wesentlicher Oehle eine sehr zarte Schicht metallischen Silbers niederschlägt, welche aber nur mittelst eines Firnisses darauf gehörig haftend gemacht werden kann, auf welchen man noch überdieß ein Blatt Papier kleben muß! Daß lezteres der Fall ist, beweisen auch die Spiegel, welche gegenwärtig in Frankreich von Hrn. Tourasse nach Drayton's Verfahren verfertigt werden.

Es handelte sich also darum, eine wohlfeilere und haltbarere Composition, ein schneller ausführbares und weniger beschwerliches Verfahren auszumitteln, kurz eine wirklich gesunde und leicht ausführbare Verzinnung, welche durch Wasser und feuchte Luft und Sonnenlicht etc. keine Veränderung erleidet. Dieß ist mir auch gelungen; die Metalllegirung, welche ich anwende, kostet um ein Viertel weniger als die gewöhnliche Belegung mittelst Queksilber, über ein Drittel weniger als die jezige Belegung der convexen etc. Spiegel und um die Hälfte weniger als die Versilberung nach Drayton's Methode. Es kommt nämlich in Frankreich das Kilogramm amalgamirtes Zinn im Mittel auf 8 Francs zu stehen, während von den dreierlei Legirungen, welche ich benuze, das Kilogramm höchstens 5½, 4½ und 3½ Francs kostet. Meine Belegung bewirkt eine eben so reine Reflexion als man durch die bisherigen Methoden hervorzubringen vermochte, und die Adhärenz meiner Legirungen am Glase findet ohne Beihülfe von Queksilber statt. Salomon Sohn, Dpt du Finistére. (Recueil de la Société polytechnique, April 1845, S. 3.)

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