Titel: Bohnenstroh als Pferdefutter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 99/Miszelle 6 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj099/mi099mi04_6

Bohnenstroh als Pferdefutter.

Das landwirthschaftliche Journal für Hochschottland enthält eine Abhandlung über die dortige Pferdefütterung, die wir im Interesse derjenigen mittheilen, welche die kleinen weißen Pferdebohnen im Großen ziehen. — Während der Wintermonate erhält jedes Pferd eine Ration kleingehackter Bohnenstroh(stengel) mit etwas leichten Korns oder geringerer, durch Schwingen abgesonderter Bohnen vermengt; man setzt der Ration einige Rüben und eine Handvoll Salz hinzu. Das Ganze wird mit so wenig Wasser als möglich übergossen und in einem Kessel gekocht, um es in einen Teig oder eine gleichförmige Masse zu verwandeln, die man so weit abkühlen läßt, daß sie beim Darreichen noch lauwarm ist. Nichts ist für das arme, durch Arbeit abgemattete, von Schweiß und Frost bedeckte Pferd so angenehm, als dieses warme Futter, welches man ihm sogleich nach dem Abschirren und Abtrocknen darreicht. Es frißt dasselbe mit Begierde, und verschmäht dann jedes andere Futter. Die Kosten dieses Futters sind unbedeutend. Nur Morgens und Mittags versetzt man es mit einer kleinen Portion geringen Hafers und roher Bohnen. In allen Pachthöfen der thonigen Districte Schottlands werden die Pferde vom Herbste an bis zum nächsten Sommer ausschließlich damit gefüttert. — In Districten, wo die Pferdebohnen nicht gut fortkommen, verwendet man Erbsen und ihr Stroh. Doch steht dieses Surrogat den Bohnen nach. Bekanntlich sind in Schottland und England gekochte Bohnen das Futter, welches die Pferdehändler jedem andern vorziehen, um abgemagerte und stark strapazirte Pferde in kurzer Zeit wieder herzustellen. Auch verwendet man Bohnen in großer Menge als Futter für Melkkühe in den Städten, wodurch man mehr und bessere Milch erhält. (Echo du monde savant, 1846, No. 4.)

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