Titel: Maudslay's und Field's Schiffsdampfmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100, Nr. I. (S. 1–2)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/ar100001

I.  Maudslay's und Field's patentirte Schiffs-Dampfmaschine mit horizontalen Doppelcylindern.

Aus dem Mechanics' Magazine, 1845, Nr. 1160.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Bei vorliegender Construction hatten die Erfinder folgendes im Auge: 1) die Maschine für einen Schraubentreibapparat einzurichten; 2) dieselbe nahe am Boden des Schiffes außer dem gefährlichen Bereich eines Schusses anzubringen. Diesen doppelten Zweck haben die Erfinder ohne Zweifel auf eine sehr erfolgreiche Weise erreicht.

Die Maschine besitzt zwei Dampfcylinder, deren gemeinschaftlicher Querschnitt dem Querschnitte eines Cylinders von gewöhnlichen Dimensionen gleichkommt. Diese Cylinder liegen in einer Linie horizontal; der zwischen ihnen befindliche Raum ist indessen groß genug, um eine hin- und hergehende Bewegung ihrer Kolbenstangen nebst Zugehör zu gestatten. Der Kolben jedes Cylinders besitzt zwei Stangen und beide Stangenpaare sind mit einem gemeinschaftlichen Querstücke verbunden, welches mittelst einer Verbindungsstange auf einen an der Treibwelle befestigten Krummzapfen wirkt.

Fig. 20 stellt den Grundriß eines Maschinenpaares dieser Art in Anwendung auf den Schrauben-Treibapparat eines Dampfschiffes dar; Fig. 21 liefert einen verticalen Längendurchschnitt nach der Linie ab, Fig. 20; Fig. 22 eine Endansicht nach der Linie cd, Fig. 20; und Fig. 23 einen Querschnitt nach der Linie efg, Fig. 20. A, B sind die beiden Minder; a¹, a² die beiden Kolbenstangen des Cylinders A: b¹, b² die beiden Kolbenstangen des Cylinders B. D ist das Querstück, an welches beide Stangenpaare befestigt sind. Die eine Stange jedes Paares liegt |2| über, die andere unter dem Querstück, und die über dem Querstücke befindlichen Stangen liegen in diagonaler Richtung gegen die andern, wie die Kreise a¹ a², b¹ b², Fig. 22, andeuten. Das Querstück D besitzt in der Mitte ein Lager zur Aufnahme der Verbindungsstange E und an beiden Enden Verlängerungen, welche der Stange als Leitung dienen, F ist der Krummzapfen der Treibwelle, dessen Lager. G, G sich in den Gestellen H, H befinden, welche zur Verbindung beider Cylinder und zugleich als Führung für das Querstück dienen. I, I sind Schieberventile zur Regulirung des Ein- und Ausströmens des Dampfes in und aus den Cylindern. Diese Ventile können entweder mit einander verbunden und durch ein gemeinschaftliches Excentricum, oder unabhängig von einander, jedes durch ein besonderes Excentricum, in Bewegung gesetzt werden. J, J sind die Condensatoren.

Die Luftpumpen liegen gleichfalls horizontal und werden auf die Fig. 20 und Fig. 21 dargestellte Weise in Bewegung gesetzt; sie sind doppeltwirkend. K ist der Pumpenstiefel; L der Kolben; M die Kolbenstange, welche durch eine in dem äußeren Deckel des Cylinders befindliche Stopfbüchse tritt, und direct an den Kolben des Dampfcylinders befestigt ist, von dem sie ihre Bewegung herleitet. N ist das untere Bodenventil an dem Ende des Canals P, welcher den Condensator mit dem Räume P² auf der einen Seite des Kolbens verbindet. Auf ähnliche Weise verbindet der Canal R und das Ventil Q den Condensator mit dem Räume R² an der entgegengesetzten Seite des Luftpumpenkolbens. Durch die Ventile T und U ergießt sich das Wasser in die Warmwassercisterne V, aus der es durch die Röhre W abfließt. Ist die Luftpumpe einfach wirkend, was indessen die HHrn. Maudslay und Field nicht für so zweckdienlich halten, so werden die Ventile auf die gewöhnliche Weise am Kolben selbst angeordnet.

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