Titel: Neue Frictionskuppelung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100, Nr. LXV. (S. 353–355)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/ar100065

LXV. Neue Frictionskuppelung.

Aus dem Practical Mechanic and Engineer's Magazine, Jan. 1846, S. 93.

Mit Abbildungen.

Es wurden schon verschiedene Vorrichtungen erdacht, um eine ruhende Achse mit einer anderen, die in Bewegung ist, während des Ganges der letztern so zu vereinigen, daß dabei kein Stoß erfolgt, also die ruhende Achse allmählich die Bewegung der andern annimmt. Bei allen diesen Vorrichtungen war es die Reibung, wodurch die Achsen mit einander vereinigt wurden; sie waren indeß nur für besondere Fälle anwendbar, |354| und es fehlte bis jetzt noch immer eine Frictionskuppelung, welche einer allgemeinen Anwendung fähig ist. Die wesentlichsten Bedingungen einer solchen sind: Einfachheit der Construction, Dauerhaftigkeit und überdieß ein kleines Volumen.

Die Figuren stellen eine Endansicht und einen Längendurchschnitt einer Frictionskuppelung dar, welche so viel als möglich den gestellten Bedingungen entspricht.

Textabbildung Bd. 100, S. 354

a ist die bewegende Achse und f diejenige, welcher die Bewegung mitgetheilt werden soll. b ist eine gußeiserne Scheibe, mit einer langen Nabe versehen und auf die Achse a fest aufgekeilt. Diese Scheibe hat in gleichen Entfernungen an ihrem äußern Rande drei radial laufende Schlitze c, in welchen sich die Arme der Segmente d verschieben können. Die metallenen Segmente d, d sind an ihrer Peripherie mit Kupferblech bedeckt und so abgedreht, daß sie in den vorspringenden Rand der Scheibe e, welche auf die zu treibende Achse f aufgekeilt ist, hineinpassen. h und i sind zwei lose Ringe auf der Nabe der Scheibe b. Der innere h ist mit drei spiralförmigen Schlitzen k versehen, welche sich nahe an ihrem Umfange in gleichen Entfernungen von einander befinden. Der äußere Ring hat drei radial laufende Schlitze, welche aber etwas kürzer sind, als die in der Scheibe b. Ueber diese beiden Ringe sind kupferne Bremsen mit Hebeln l gelegt. g sind Schrauben, welche durch die Segmentarme d, durch die Schlitze in der Scheibe b und in den Ringen h und i gehen, und auf welche Muttern aufgeschraubt sind.

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Textabbildung Bd. 100, S. 355

Denken wir uns, die Achse a bewege sich in der durch den Pfeil angezeigten Richtung, während die Achse f stille liegt, so ist, um letztere in Bewegung zu setzen, nichts weiter nothwendig, als die Bremse auf dem Ringe h mittelst des Hebels l anzuziehen. Die Reibung der Bremse auf dem Ringe wird die Geschwindigkeit des letztern vermindern, oder denselben aufzuhalten suchen, und da die Achse a mit den Schrauben g sich noch gleichmäßig vorwärts bewegt, so müssen die Segmente d durch die spiralförmigen Schlitze auswärts geschoben werden, bis sie mit der innern Fläche der ausgedrehten Scheibe e auf der Achse f in Berührung kommen. Die Bremse muß hinlänglich lange angezogen erhalten werden, damit sich die Schrauben in den spiralförmigen Schlitzen der Scheibe h festsetzen können. Um die Achse f abzustellen, d.h. in Ruhe zu bringen, ist weiter nichts nöthig, als die Bremse auf dem Ringe i anzuziehen, und da die Schrauben sich nach vorwärts bewegen, so werden diese und mit denselben die Segmente durch die Verringerung und Geschwindigkeit der Scheibe i veranlaßt, sich der Achse zu nähern, wodurch sie außer Berührung mit der Scheibe e kommen. Die zum Ausrücken oder Abstellen nothwendige Kraft ist nicht größer, als die überflüssige Reibung zwischen den Segmenten und der Scheibe e.

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