Titel: Verfahrungsarten um das Olivenöl zur Oelbeize der Türkischrothfärber vollkommen geeignet zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 6 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi01_6

Verfahrungsarten um das Olivenöl zur Oelbeize der Türkischrothfärber vollkommen geeignet zu machen.

Um zu untersuchen ob sich das schleimige Olivenöl (huile tournante) zur Oelbeize eignet, verfährt man in den Türkischrothfärbereien folgendermaßen: man verdünnt eine Auflösung von guter Potasche mit so viel Wasser daß sie an Baumé's Aräometer nur noch einen halben Grad zeigt und vermischt mit dieser schwachen Potascheauflösung den 96sten Theil ihres Gewichts von dem zu prüfenden Oel, indem man das Gemisch mehrmals von einem Glase in das andere gießt und hierauf in einem engen und hohen cylindrischen Glase ruhig abstehen läßt. Wenn nach 24 Stunden sich auf der Oberfläche des Gemisches ein dichter weißer Rahm abgesondert hat, in welchem man nicht ein Tröpfchen unveränderten Oeles wahrnehmen kann, so ist es probehaltig.

Hr. Prof. Dr. Kaiser in München ließ eine Reihe von Versuchen anstellen, um eine Methode aufzufinden dem Olivenöl auf künstliche Weise die besagte Eigenschaft zu geben (bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, Januarheft 1846, S. 20); nach deren Ergebnissen kann man auf zweifache Weise das Olivenöl zur Oelbeize probehaltig machen; nämlich:

1) wenn man 90 Pfd. Oel mit 1 Pfd. Oelsäure (welche man aus den Stearinkerzenfabriken beziehen kann) vermischt und das Gemisch 24 Stunden in einer Temperatur von 60–68°R. erhält. Die angeführte Zeit kann aber auf 10 Stunden vermindert werden, falls man auf nachstehende Art gekochtes Oel unmittelbar nach dem Sieden anwendet;

2) wenn man einen Centner Oel mit gleichvielem Wasser, welch letzterem vorher 3 Pfd. concentrirter Schwefelsäure zugesetzt worden sind, durch eingeleiteten Wasserdampf zum Sieden bringt, 2–3 Stunden im Kochen erhält, und hierauf noch wenigstens 48 Stunden lang auf 60–68° R. erwärmt erhält.

Vergrößerung der Oberfläche des Oels durch flache Gefäße, Zutritt der Luft und Bewegung des Oels beschleunigen den Proceß.

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