Titel: Ueber die Anwendung der Kleesäure zur Läuterung des Runkelrübensaftes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 7 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi01_7

Ueber die Anwendung der Kleesäure zur Läuterung des Runkelrübensaftes.

Während einer langen Praxis in der Fabrication des Runkelrübenzuckers konnten wir uns von dem nachtheiligen Einfluß überzeugen, welchen ein Ueberschuß von Kalk beim Verkochen des geläuterten Safts ausübt; wir versuchten daher auch schon seit Jahren verschiedene Mittel um die Syrupe von demselben zu befreien.

Alle Reagentien welche den Kalk im Zustand eines unauflöslichen Salzes niederschlagen können, wurden von uns versucht: Schwefelsäure für sich allein oder in Verbindung mit Alkohol, Kohlensäure, saure schwefelsaure Thonerde, kohlensaures Ammoniak etc. lieferten uns oft gute Resultate, nicht selten hatte ihre Anwendung aber, auch solche Nacktheile zur Folge, daß wir ihre Benutzung aufgeben mußten.

Das erste Reagens auf welches ein Chemiker zu diesem Zweck verfallen muß, ist ohne Zweifel die Kleesäure oder ein auflösliches kleesaures Salz; wegen des hohen |79| Preises derselben versuchten wir deren Anwendung jedoch erst nachdem alle andern Mittel fehlgeschlagen hatten, und waren über das merkwürdige Verhalten der Kleesäure dann sehr verwundert. Die Kleesäure schlägt nicht nur den überschüssigen Kalk bei der Läuterung vollkommen nieder, sondern wirkt auch in dem Grade entfärbend, daß der so behandelte Rübensaft fast farblos wurde, beim Verkochen nur sehr wenig Farbe wieder annahm und endlich ohne Knochenkohle Zucker in großen Krystallen lieferte, welche leicht abtropften und von guter Qualität waren. Diese Versuche wurden allerdings nur in kleinem Maaßstabe angestellt, wir werden sie aber demnächst im Großen wiederholen.

Die kleesaure Thonerde (man vergleiche polytechnisches Journal Bd. XCIX, S. 482) haben wir schon vor der Kleesäure versucht, sie leistet aber nicht mehr als die Kleesäure und hat mehrere Nachtheile zur Folge. Thomas und Dellisse. (Moniteur industriel, 1846 Nr. 1017.)

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