Titel: Neues einfaches Verfahren kupferne Gegenstände mit einem dauerhaften schönen bläulich grauen Ueberzuge zu versehen; von Rud. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 10 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi02_10

Neues einfaches Verfahren kupferne Gegenstände mit einem dauerhaften schönen bläulich grauen Ueberzuge zu versehen; von Rud. Böttger.

Vor einiger Zeit mit Versuchen beschäftigt, kupferne Gefäße mit einer dünnen Schicht Schwefelkupfers zu überziehen, theils um ihnen ein gefälligeres Ansehen zu geben, theils sie vor Witterungseinflüssen zu schützen, lehrte mich der Zufall eine Methode auffinden, deren Mittheilung gewiß manchem willkommen seyn dürfte. Ohne hier aller der mit mancherlei Mängeln behafteten seitherigen Methoden zu gedenken, wonach man z.B. durch Ueberpinseln kupferner Geräthschaften mit einer verdünnten |160| Lösung von Schwefelwasserstoff-Ammoniak, von Schwefelwasserstoffwasser, von Schwefelleberlösung u. dgl. seinen Zweck erreichen soll, will ich sogleich angeben, wie man allen Uebelständen, die bei Anwendung eben genannter Stoffe gewöhnlich ein Mißrathen des Versuchs befürchten lassen, gänzlich vorbeugen und einen Ueberzug erhalten könne, der sowohl wegen seines schönen Aussehens, als wegen der Leichtigkeit und Sicherheit seiner Entstehung gar nichts zu wünschen übrig läßt, und eben deßhalb auch gewiß sich einer mannichfaltigen Anwendung zu erfreuen haben wird. Um z.B. kupfernen physikalischen Instrumenten, oder kupfernen Geräthschaften, wie Theekesseln, Präsentirtellern und dergl. einen glänzenden bläulich-grauen (zwischen Platingrau und Stahlblau mitten innestehenden) Ueberzug zu ertheilen, der das Metall vor jeder ferneren Oxydation vollständig schützt, scheine man dieselben mit äußerst feinem Quarzsande und verdünnter Salzsäure, polire sie nöthigenfalls noch (denn je blanker die Oberfläche, desto schöner nachher der Ueberzug), und tauche sie, an einem Faden hängend, in eine bis zum völligen Sieden gebrachte Lösung von 1 Gewichtstheil antimonschwefligen Schwefelnatriums (Schlippe'schen Salzes) in 12 Gewichtstheilen Wasser, mit der Vorsicht, daß dieselben nirgends die Innenwände oder den Boden der Porzellanschale, worin die Salzauflösung sich befindet, berühren. Haben die eingetauchten Gegenstände überall den gewünschten Farbenton angenommen (was meist in wenig Augenblicken der Fall zu seyn pflegt), so zieht man sie ungesäumt wieder aus der siedenden Flüssigkeit heraus, taucht sie in eine bereit gehaltene, mit Wasser gefüllte Schüssel, trocknet sie hierauf mit einem leinenen Tuche ab, und der Ueberzug ist vollendet.28) (Böttger's polytechnisches Notizblatt Nr. 2.)

|160|

Im Fall man das Schlippe'sche Salz, welches bekanntlich leicht der Zersetzung unterworfen ist, nicht vorräthig haben sollte, empfehle ich zu dessen Bereitung das folgende einfache und wohlfeile Verfahren: man menge recht innig 4 Gewichtstheile verwittertes Glaubersalz, 3 Theile fein gepulvertes Schwefelantimon und 1 Gewichtstheil Holzkohlenpulver, trage dieses Gemeng in einen vorher bis zur Rothgluth erhitzten hessischen Schmelztiegel, bedecke diesen hierauf sorgfältig mit einem Ziegelsteine, gieße die Masse, sobald sie zu schäumen aufgehört hat und das schwefelsaure Salz vollständig reducirt ist, sogleich aus, überschütte sie in einer Porzellanschale mit einer hinreichenden Menge Wassers, füge 1/2 Theil Schwefelblumen hinzu, koche das Ganze anhaltend und filtrire endlich. Das Filtrat, das man erforderlichenfalls noch mit Wasser verdünnen kann, wende man unmittelbar zu oben erwähntem Zwecke an.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: