Titel: Neues Verfahren das Kobalt vom Mangan zu trennen; von Barreswill.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 5 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi02_5

Neues Verfahren das Kobalt vom Mangan zu trennen; von Barreswill.

Heinr. Rose bemerkt in seinem Lehrbuch der analytischen Chemie, daß solche Kobaltsalze, deren Säure nicht unter die schwächsten gehört, unvollständig durch Schwefelwasserstoff niedergeschlagen werden, während die Mangansalze durchaus nicht gefällt werden. Auf diese Beobachtung gründet sich mein Verfahren diese beiden Metalle zu trennen. Da das Kobalt aus seinen sauren Auflösungen durch Schwefelwasserstoff nicht vollständig niedergeschlagen wird, so begreift man, daß es auch aus den neutralen Auflösungen nur unvollständig niedergeschlagen werden kann; wenn man also die Flüssigkeit in dem Maaße neutralisiren könnte, als sie durch die Fällung des Kobalts sauer wird, so hätte man eine vollständige Abscheidung. Ich stellte einige Versuche an, um eine zu diesem Zweck geeignete Substanz auszumitteln und finde hiezu den reinen kohlensauren Baryt am geeignetsten, weil er durch Säuren leicht angegriffen wird, hingegen nicht durch Schwefelwasserstoff; letzteres ist eine wesentliche Bedingung, weil sich sonst Schwefelbarium bilden würde, welches bekanntlich das Mangan niederschlägt; ich bemerke noch, daß der kohlensaure Baryt, wie Demarcay gezeigt hat, die Manganauflösungen nicht niederschlägt und daß der überschüssige Baryt vermittelst Schwefelsäure sowohl aus der Auflösung als aus dem Niederschlag leicht zu entfernen ist.

Das Verfahren ist nun ganz einfach: man versetzt die Auflösung von Kobalt und Mangan mit einem großen Ueberschuß von kohlensaurem Baryt und leitet durch die Mischung lange genug Schwefelwasserstoffgas, worauf man filtrirt; das Kobalt bleibt auf dem Filter zurück, das Mangan aber in der Auflösung; die Analyse wird dann auf die gewöhnliche Weise fortgesetzt.

Diese Methode den Schwefelwasserstoff zu benutzen, dürfte sich auch zur quantitativen Bestimmung anderer Metalle eignen, wie Eisen, Zink, Nickel u.s.w. (Journal de Pharmacie, März 1846, S. 189.)

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