Titel: Ueber die Destillation des unreinen Quecksilbers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 5 (S. 244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi03_5

Ueber die Destillation des unreinen Quecksilbers.

Hr. Millon hat bekanntlich sehr merkwürdige Resultate bei der Destillation von Quecksilber erhalten, welches durch fremde Metalle verunreinigt ist (polytechn. Journal, Bd. XCVIII S. 45); er fand, daß gewisse Metalle, wie Blei und Zink, wenn sie in noch so geringer Menge vorhanden sind, die Destillation des Quecksilbers bedeutend verzögern, während andere, z.B. Gold, nichts Aehnliches bewirken. Hr. Barreswil sucht diese Anomalie auf folgende Weise zu erklären; nach ihm können nur solche Metalle die Destillation des Quecksilbers verzögern, welche oxydirbar sind. Die Verzögerung, welche sie veranlassen, ist nach ihm die Folge der Bildung einer Oxydhaut, die sich auf der Oberfläche des Bades sammelt und die Verdampfung erschwert. Man begreift nun leicht, daß 1/1000 oder 1/10,000 stel eines fremden Metalls hinreicht, um die von Hrn. Millon beobachteten Erscheinungen hervorzubringen Daß sich eine dünne Oxydschicht auf der Oberfläche des unreinen Quecksilbers bildet, wenn man es an der Luft erhitzt, ist eine bekannte Thatsache und diese Schicht muß nothwendig auf den Gang der Verdampfung von Einfluß seyn. Folgender einfache Versuch setzt diesen Einfluß außer Zweifel Hr. Barreswil erhitzte in zwei ähnlichen Retorten dieselbe Menge Wasser; in die eine der Retorten goß er einige Tropfen Oel, welche gerade hinreichend waren um auf der Oberfläche dieser Flüssigkeit eine sehr dünne Schicht zu bilden; nun ging die Destillation in dieser zweiten Retorte viermal langsamer von statten, als in der ersten, worin die Oberfläche der Flüssigkeit ganz entblößt war.

Eine zweite anscheinend sonderbare Thatsache ist nach Hrn. Millon's Versuchen die, daß die geringste Menge Platin, welche man in das Quecksilber bringt, dessen Verdampfung beschleunigt. Man beobachtet jedoch Aehnliches bei jeder andern Flüssigkeit, worin Theilchen von Platin oder anderem Metall suspendirt sind. In der That ist auch das Platin im Quecksilber nicht aufgelöst, sondern bloß suspendirt; um sich davon zu überzeugen, braucht man bloß solches Quecksilber mit Wasser zu schütteln, wo sich dann das Platin absondert und ohne Schwierigkeit beseitigt werden kann. (Echo du monde savant, 1846, Nr. 20.)

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