Titel: Ransome's Verfahren die Steinkohlenstückchen mit einander zu verbinden und das Holz zu conserviren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 6 (S. 244–245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi03_6

Ransome's Verfahren die Steinkohlenstückchen mit einander zu verbinden und das Holz zu conserviren.

Das Verfahren, welches sich Hr. Ransome aus Ipswich zu diesen Zwecken in England Patentiren ließ, besteht in der Anwendung einer Kieselerdeauflösung. Man erhält dieselbe, wenn man 100 Pfd. krystallisirtes kohlensaures Natron in so viel Wasser auflöst, daß die Flüssigkeit bei 12° R. ein specifisches Gewicht von 1,150 hat und hierauf die Soda mittelst Kalk ätzend macht. Diese Aetzlauge wird sodann in einem gußeisernen Digestor mit beiläufig 100 Pfd. feingepulverteren Kieselsteinen gebracht und 10 bis 12 Stunden lang auf etwa 120° R. erhitzt, während welcher Zeit man sie häufig umrührt. Nachdem die Einwirkung gehörig statt gefunden hat, seiht man die Flüssigkeit durch ein Sieb, um die unaufgelösten Kieselstückchen abzusondern |245| und dampft sie so weit ein, daß sie bei 12° R. ein specifisches Gewicht von 1,500 hat. Sie ist alsdann zum Gebrauch geeignet und sollte sie zu flüssig seyn, so kann man sie durch Abdampfen oder Zusatz von feingepulvertem Sand oder Kieselsteinen auf die erforderliche Consistenz bringen; sollte sie zu dick seyn, so verdünnt man sie mit Wasser.

Man bildet aus dem Steinkohlenklein oder Steinkohlenstaub Massen, indem man sie mit dem zwanzigsten oder zehnten Theil ihres Gewichts solcher Kieselerdeauflösung vermischt. Dieses Gemenge wird in Formen einem starken Druck ausgesetzt, worauf man es aus denselben nimmt, einige Stunden bei gewöhnlicher Temperatur austrocknen läßt und hierauf in eine geheizte Trockenstube bringt. Damit dieses künstliche Brennmaterial um so leichter brennt, bringt man in jedem Block eines oder mehrere Löcher für den Zutritt der Luft an; dieselben werden durch hölzerne Nägel gebildet, welche man herauszieht, wenn die Stücke aus der Presse kommen.

Um das Holz zu conserviren, sättigt es Hr. Ransome so gut als möglich mit Kieselerdeauflösung. Er bringt es in ein gut verschlossenes Gefäß, aus welchem er die Luft auspumpt, läßt dann so viel Kieselerdeauflösung einströmen, daß das Holz davon bedeckt ist und zwingt hierauf mittelst der durch eine Luftpumpe ausgeübten Pression die Flüssigkeit in das Holz einzudringen. Das aus der Lauge genommene Holz wird in eine saure Flüssigkeit getaucht, welche die Kieselerde niederschlägt. (Moniteur industriel, 1846, Nr. 1015.)

Dieses Patent so wie mehrere andere, welche in der neuesten Zeit in England genommen wurden, liefert den Beweis, daß das Wasserglas von Fuchs vielen englischen Technikern noch unbekannt seyn muß. Die Redact.

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