Titel: Verfahren dem geläuterten Runkelrübensaft seinen Kalküberschuß zu entziehen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 7 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi03_7

Verfahren dem geläuterten Runkelrübensaft seinen Kalküberschuß zu entziehen.

Wir haben kürzlich den Vorschlag von Mialhe mitgetheilt, den überschüssigen Kalk, welchen der Runkelrübensaft nach dem Läutern enthält, durch kleesaure Thonerde zu sättigen;33) dieser überschüssige Kalk schadet bekanntlich beim Verkochen der Syrupe der Güte des Zuckers und vermindert die Ausbeute. Hr. Acar zu Ham hat nun einige Versuche über diese Methode angestellt, welche die Angaben von Mialhe vollkommen bestätigen; um den überschüssigen Kalk in einem Hektoliter Saft zu sättigen, brauchte er aber 200 Gramme Kleesäure, so daß also auf 100 Hektoliter Saft 20 Kilogramme erforderlich wären, welche gegenwärtig in Frankreich 90 Frcs. kosten. So lange man also nicht dahin gelangt, die Kleesäure recht wohlfeil herzustellen, kann man in den Zuckerfabriken unmöglich den Kalk mit Kleesäure oder kleesaurer Thonerde sättigen.

Um den Rübensaft von dem Kalküberschuß zu befreien, welchen er nach der Läuterung enthält, wendet Hr. Acar jetzt die Pectinsäure an, die er aus dem abgepreßten Rückstand der Runkelrüben selbst bereitet 300 Kilogramme von diesem Rückstand liefern so viel flüssige Pectinsäure, als zur Reinigung von 200 Hektolitern Saft hinreicht; die Operation ist einfach und erfordert nur eine Ausgabe von 24 1/4 Frcs. Man erhält übrigens dieselben Resultate wie mit kleesaurer Thonerde; der mit Pectinsäure nach der Läuterung behandelte Saft färbte sich während des Einkochens nicht mehr, was ohne diesen Zusatz stets der Fall war. (Moniteur industriel 1846, No. 1020.)

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Polytechnisches Journal Bd. XCIX S. 482.

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