Titel: Bereitung einer Flüssigkeit zur Beleuchtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 3 (S. 342)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi04_3

Bereitung einer Flüssigkeit zur Beleuchtung.

Hr. Rousseau zu Paris ließ sich im December 1842 folgendes Verfahren hiezu für 5 Jahre in Frankreich patentiren.

Es gründet sich auf die Eigenschaft der Oelsäure, daß sie, nachdem sie mit gewöhnlichem Alkohol (von 85 oder 87 Volumsprocenten) verbunden wurde, fast in jedem Verhältniß das gewöhnliche Terpenthinöl auflösen kann, so wie auch die flüssigen Kohlenwasserstoffe von ähnlicher Zusammensetzung, z.B. die Oele welche man beim Destilliren der Steinkohlen, der Schieferthone, Erdharze, des Kautschuks etc. erhält. Mehrere dieser Flüssigkeiten liefern, wenn man sie bloß mit Alkohol und Oelsäure verbindet, nicht immer eine vollkommen homogene Composition; wenn man aber die erforderliche Menge Terpenthinöl zusetzt, so wird die Vereinigung aller dieser Substanzen so vollkommen als möglich.

Durch den in der Oelsäure enthaltenen Sauerstoff und den Wasserstoff, welchen der Alkohol liefert, wird das Terpinthinöl so vollständig entkohlenstofft, daß es ohne Geruch und Rauch mit einem in seiner ganzen Länge weißen Licht ohne einen Rückstand zu hinterlassen und ohne alle schädliche Ausdünstung verbrennt. Die Verhältnisse welche der Patentträger anwendet und für seine Lampen am geeignetsten befunden hat, sind folgende: 1 Drittel Alkohol (von 85 oder 87 Volumsprocenten), 2 Drittel gewöhnliches Terpenthinöl und 1 Fünftel Oelsäure, wie man sie aus den Stearinkerzenfabriken bezieht. Man vermischt das Ganze und wenn die Temperatur der Luft zu niedrig ist, erwärmt man es ein wenig, um die Vereinigung zu begünstigen. Die Substanzen werden ohne vorhergehende Concentration oder Rectification in dem Zustand angewandt wie sie im Handel vorkommen. (Journal de Chimie médicale, April 1846, S. 300.)

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