Titel: Williams künstliche Steine für Bildhauer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 4 (S. 342–343)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi04_4

Williams künstliche Steine für Bildhauer.

Hr. P. B. Williams, Besitzer von Gruben in Wallis, welche schwefelsauren Baryt in Menge liefern, fabricirt mit dieser Substanz einen künstlichen Marmor auf folgende Weise:

Der schwefelsaure Baryt wird fein gepulvert und mit einem ebenfalls fein gepulverten Fluß innig vermengt, wozu sich am besten das Kronglas mit einem Zusatz von Borax eignet. Um einen schönen weißen Marmor zu erzeugen, nimmt er 4 Gewichtstheile schwefelsauren Baryt, 1 Theil Kronglas und ein Viertel vom Gewicht des Kronglases trocknen Borax. Uebrigens müssen die Verhältnisse nach der Güte oder Beschaffenheit des schwefelsauren Baryts abgeändert und folglich durch vorläufige Versuche ausgemittelt werden. Die gepulverten Materialien kommen nach dem Vermengen in einen gewöhnlichen Glasofen; man verfährt beiläufig wie bei der Glasfabrication und sobald die Masse durch das Schmelzen die erforderliche Gleichartigkeit erlangt hat, gießt man sie in mehr oder weniger große irdene Schalen oder Tröge aus und läßt sie langsam in dem Ofen selbst erkalten, welchen man nicht mehr mit Brennmaterial beschickt. Wenn das Ganze erkaltet ist, leert man die Tröge um und beseitigt mittelst einer Marmorsäge die der Masse allenfalls anhängenden Thontheilchen, um reine Blöcke zu erhalten. Will man anstatt der Blöcke dünne Platten erzeugen, so gießt man auf Tafeln aus, wie bei der Spiegelfabrication und läßt auf angegebene Weise abkühlen.

Die Schmelzhäfen müssen aus einem sehr reinen feuerbeständigen Thon verfertigt seyn, welcher möglichst frei von kohlenstoffhaltigen Substanzen ist, die der Färbung und Güte des Products schaden.

Diese künstlichen Steine lassen sich durch gepulverte und mit ein wenig Borax vermengte Metalloxyde beliebig adern und färben; man setzt dieselben zu, wenn die |343| Hauptmaterialien bereits im Ofen sind und ehe sie vollkommen in Fluß kommen. (Technologiste, Febr. 1846, S. 214)

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