Titel: Wirksame Elektrisirmaschinen mit Walzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 1 (S. 413–414)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi05_1

Wirksame Elektrisirmaschinen mit Walzen.

Bei Gelegenheit der vor kurzem im physikalischen und technischen Magazin des Hrn. C. A. Gruel in Berlin in Gegenwart vieler ausgezeichneten Physiker angestellten Versuche mit der Dampfelektricität wurden zugleich einige Glaselektrisirmaschinen geprüft, die sich durch gefällige Formen, bedeutende Wirkung, Billigkeit und durch die Leichtigkeit, mit welcher dieselben zu handhaben und zu transportiren sind, besonders empfehlen. In Betreff des Glaskörpers, der aus einem Cylinder von nicht hygroskopischem, sehr stark elektrischem hartem Glase besteht, scheint das ältere Princip der Walzenform, die bei gleicher Größe der geriebenen Fläche die Wirkung der Scheibe übertrifft, mit Vortheil aufs neue befolgt zu seyn, was sich um so mehr rechtfertigt, als die technische Ausführung der Cylinder gegenwärtig eine weit genügendere ist als die frühere, und die getroffene sonstige Anordnung des Apparats ebenfalls Vortheile gewährt. Eine geriebene Glasfläche von circa 2 Quadratfuß gab in Verbindung mit nur einem Reibzeuge und einem Conductor von circa 1 3/4 Quadratfuß mit 1 1/2zölligen Endkugeln versehen, dem Blitz ähnliche, vielfach gezackte Funken von 8zölliger Schlagweite; die Ausdehnung der Lichtbüschel ging begreiflich noch über diese Entfernung hinaus Hiemit im Verhältniß stand die rasche Ladung großer Leydener Flaschen, eben so die Wirkung kleinerer Cylindermaschinen von äußerst ansprechender Form. – Die Dampfelektricität lud eine Flasche mit circa 1 Quadratfuß Belegung innerhalb 2 1/2 Secunden bis zur Selbstentladung; was die Menge der durch Reibung hoch gespannter Dämpfe erzeugten Elektricität beweisen kann, wenn man berücksichtigt, daß 6 Atmosphären Druck und nur eine Ausströmungsöffnung angewandt wurden.

Um das Gelingen dieser Versuche zu sichern, erscheint es zweckmäßig, dieselben in getrennten Localen oder doch so anzustellen, daß alle zur Isolirung der Haupt- und |414| Nebenapparate dienenden Theile vor dem durch die Wasserdämpfe sehr bald entstehenden leitenden Ueberzug bewahrt bleiben. Sammelt man die – E des Kessels, so ist es leicht, sich der Wasserdämpfe sofort nach ihrem Austritt aus dem Ventil zu entledigen, deren Verbreitung in die elektrische Region des Kessels nur ableitend und schwächend wirkt. – Von einer jetzt in Ausführung begriffenen großen Cylindermaschine des Hrn. Gruel lassen sich wohl sehr bedeutende Wirkungen erwarten.

H.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: