Titel: Ueber die Verfälschungen der Cochenille.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 10 (S. 419–420)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi05_10
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Ueber die Verfälschungen der Cochenille.

Die Verfälschung der Cochenille durch Aufschwellung derselben mit Wasserdampf und Umrühren mit gepulvertem Talk (seltener mit Bleiweiß), um ihr ein schöneres Ansehen und ein größeres Gewicht zu geben, ist bekannt; wird sie dadurch zu weiß, so hilft man mit Graphit wieder ab. Leider ist diese Behandlung schon so allgemein, daß sie kaum mehr als betrügerisch betrachtet wird. Eine noch viel bedenklichere in neuerer Zeit vorkommende Verfälschung der Cochenille ist ihre Vermengung mit 10–20 Procent einer künstlichen Cochenille. Diese ist violettroth, ihr Gefüge glatt und etwas glänzend, ihre Größe und Gestalt ziemlich wie bei der ächten. Im Glasmörser zerrieben bringt sie Streifen auf dessen Wänden hervor und gibt ein violettcarmoisinrothes Pulver, welches der Cochenille ähnlich schmeckt. Bei der chemischen Untersuchung ergab sich, daß diese falsche Cochenille 32 1/2 Proc. Lack mit Thonerde- und Eisenbasis und überschüssiges kohlensaures Natron, 32 verbrennliche Materie und 35 1/2 Proc. Glas, Sand und erdige Substanzen enthält. Wahrscheinlich wurde sie auf die Art bereitet, daß man einen Lack aus Farbholz und Alaun mit kohlensaurem Natron niederschlug; diesem Lack wurden dann Cochenillerückstände, Sand und gestoßenes Glas zugesetzt. Das Eisen scheint von dem Rückstand eines Cochenille-Präparats (?) herzurühren. Monthiers. (Journal de Pharmacie, Februar 1846, S. 109.)

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