Titel: Erfahrungen über holzgenagelte Fußbekleidung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 17 (S. 424)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi05_17

Erfahrungen über holzgenagelte Fußbekleidung.

Eine Mittheilung des Hrn. Prof. Bender, Vorstehers einer Erziehungsanstalt in Weinheim, über gut ausgeführte holzgenagelte Fußbekleidung87), verdient veröffentlicht zu werden, um ein größeres Vertrauen für diese Methode zu erwecken, als ihr bis jetzt mit Unrecht zu Theil geworden ist. Hr. Bender bedient sich nebst seinen zahlreichen Zöglingen seit länger als einem Jahre dieser Fußbekleidung und findet sie weit vortheilhafter, als die früher von demselben Schuhmacher mit Fleiß und aus gutem Leder auf die gewöhnliche Weise angefertigten. Er findet diese Vortheile theils in größerer Annehmlichkeit beim Gehen, indem keine Naht drückt, theils in längerer Dauer, und endlich in besserem Schutze gegen die Nässe.

Bei einer im letzten nassen Sommer mit achtzehn Zöglingen unternommenen Fußreise nach Mailand hatte derselbe Gelegenheit die holzgenagelten Schuhe einer harten Prüfung zu unterwerfen; die Reisenden wurden sehr oft durchnäßt, hatten beim Uebergang über die Alpen, indem sie beim Aufsuchen von Pflanzen und Mineralien häufig die Landstraße verließen, sehr steinige Wege, und dennoch bedurften ihre Schuhe keiner Reparatur, sondern wurden vielmehr nach der Rückkehr von der Reise theilweise noch bis zum October, ohne reparirt werden zu müssen, getragen. Hr. Bender ließ die seinigen erst am 20. October wieder sohlen, obgleich sie Anfangs Julius schon gebraucht wurden. – Er findet dieses günstige Resultat, gegenüber den sonst häufigen Klagen über die ungenügende Dauerhaftigkeit der holzgenagelten Fußbekleidung, allein in der großen Sorgfalt, mit welcher dieselbe von dem Schuhmachermeister F. Ehrat in Weinheim angefertigt wird, und glaubt, daß alle ungünstigen Erfahrungen hierüber nur in leichtfertiger Arbeit nicht sachkundiger Meister ihren Grund haben. Die Erfahrungen des Hrn. Bender gründen sich übrigens auf den allgemeinen Gebrauch der nach dieser Methode angefertigten Fußbekleidung in seinem nicht weniger als 70 Personen zählenden Hause. (Monatsbl. d. großh. hess. Gewerbv.)

|424|

Man vergl. darüber polytechn. Journal Bd. XCIV S. 408 und Bd. XCVII S. 333.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: