Titel: Ueber die Auflöslichkeit des Fluorcalciums (Flußspath) in Wasser; von Dr. G. Wilson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 100/Miszelle 2 (S. 414)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj100/mi100mi05_2

Ueber die Auflöslichkeit des Fluorcalciums (Flußspath) in Wasser; von Dr. G. Wilson.

Das Vorkommen des Fluors in Pflanzen und Thieren veranlaßte den Verfasser eine Reihe Versuche anzustellen, um das Auflösungsmittel des Fluorcalciums zu entdecken, wodurch dieses Vorkommen veranlaßt wird. Seine ersten Versuche machte er mit Kohlensäure, wovon er einen Strom durch Wasser leitete, worin feingepulverter reiner Flußspath suspendirt war. Bei dieser Behandlung löste sich der Flußspath auf, denn die Flüssigkeit wurde durch kleesaures Ammoniak gefällt und hinterließ beim Abdampfen einen Rückstand, welcher bei der Behandlung mit Schwefelsäure Flußsäure ausgab. Hieraus schloß der Verfasser anfangs daß die Kohlensäure dem Wasser die Eigenschaft ertheile, das Fluorcalcium aufzulösen; er bemerkte dann aber, daß die Flüssigkeit ungetrübt blieb, nachdem alles Gas durch Erwärmen derselben ausgetrieben war, so daß offenbar das Wasser allein das Fluorcalcium auflösen kann, während bis jetzt in allen Werken über Chemie das Gegentheil behauptet wurde. Im Verlauf seiner Versuche fand er, daß Wasser von 80° R. mehr Flußspath auflösen kann, als solches von 12° R.

Die wässerige Auflösung des Flußspaths gibt mit Barytsalzen einen Niederschlag, welcher sich bloß auf einen starken Zusatz von Salpetersäure und Salzsäure wieder auflöst. Die Fluoride sind daher von den schwefelsauren Salzen nicht leicht zu unterscheiden und dürften schon oft für letztere bei der Analyse von Mineralwassern gehalten worden seyn. Bei der gegenwärtigen Methode den Gehalt einer Substanz an Fluor zu bestimmen, verwandelt man letzteres in Fluorcalcium, welches im Verlauf der analytischen Operationen mit vielem Wasser ausgewaschen wird und daher sehr an Gewicht abnehmen kann – eine Thatsache, die bisher übersehen wurde. Das Fluor sollte daher künftig mit Barytsalzen bestimmt werden, weil das Fluorbaryum jedenfalls weniger auflöslich ist als das Fluorcalcium.

Seitdem entdeckte der Verfasser das Fluorcalcium auch in den Brunnen von Edinburgh (bekanntlich ist es auch schon in andern Brunnenwässern entdeckt worden) und überdieß im Seewasser, durch Untersuchung der Mutterlauge aus den Salzpfannen, worin Meerwasser verdampft wird. (Chemical Gazette, Mai 1846, Nr. 85.)

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