Titel: Ueber den Einfluß der Gewitter auf die elektrischen Telegraphen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1846, Band 102/Miszelle 3 (S. 330–331)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj102/mi102mi04_3

Ueber den Einfluß der Gewitter auf die elektrischen Telegraphen.

Hr. Arago theilte der französischen Akademie der Wissenschaften hierüber aus nordamerikanischen Zeitungen folgende Notizen mit:

Am 18. Mai 1846 schlug der Blitz in den Draht eines elektrischen Telegraphen (nach Morse's System) zu Lancaster, ohne ihn zu schmelzen oder zu zerreißen; in dem Wärterhäuschen der Station hörte man ein Geräusch ähnlich dem einer Pistole und es zeigten sich mehrere glänzende Funken.

Am 18. Mai 1846 wurde der Draht eines elektrischen Telegraphen durch den Blitz zerrissen; mehrere Tragpfosten wurden bis auf ein Drittel ihrer Länge, von |331| der Spitze aus, gespalten oder zerfetzt. Das Einschlagen des Blitzes und Reißen des Drahts waren von einem Geräusch begleitet ähnlich demjenigen beim aufeinanderfolgenden und fast gleichzeitigen Abfeuern von zwei bis drei Musketen.

Am 3. Junius zerriß der Blitz den Draht des elektrischen Telegraphen zwischen Washington und Baltimore, daher die Communicationen zwischen diesen Städten einige Stunden aufhörten.

Am 4. Junius trafen drei stürmische Gewitter in einer Gegend zwischen Washington und Baltimore zusammen und bei jedem Donnerschlag spielten die Signale des Morse'schen Telegraphen zu Jersey, Philadelphia, Wilmington und Baltimore. (Comptes rendus, Sept. 1846, Nr. 11.)

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