Titel: Rothschild's Heizsystem.
Autor: Rothschild, Anthon Nathan
Fundstelle: 1847, Band 103, Nr. LXXIX. (S. 351–352)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/ar103079

LXXIX. Heizsystem für Kirchen, Spitäler, Theater etc., worauf sich Anthon Nathan v. Rothschild, Kaufmann zu London, in Folge einer Mittheilung am 28. April 1846 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Dec. 1846, S. 361.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren, irgend einen gegebenen Raum, er möge geschlossen oder theilweise offen seyn, zu erwärmen, indem man erhitzte Luft durch mechanische Hülfsmittel in denselben treibt. Dasselbe Verfahren läßt sich auch anwenden, um verschiedene Manufacturartikel auf gleiche Weise zu erwärmen oder zu trocknen; es dient ferner dazu erhitzte Luft entweder vollkommen trocken oder mit Feuchtigkeit geschwängert zu irgend einem Zweck nach jedem beliebigen Ort hinzuleiten.

Dieses Heizsystem eignet sich insbesondere zum Erwärmen von Kirchen, Spitälern, Theatern, Sälen, Badeanstalten, Fabriken, Gefängnissen, Gewächshäusern, Pulvermühlen, Brauereien u.s.w.; es eignet sich aber auch für andere Zwecke, wo ein hoher und regelmäßiger Hitzegrad ohne Feuersgefahr erforderlich ist, ferner zum Heizen einzelner Häuser oder zur gemeinschaftlichen Heizung mehrerer Häuser.

Das neue Princip der in Rede stehenden Erfindung ist das der doppelten Ventilation, und eben so neu ist der Apparat, mit dessen |352| Hülfe die Luft durch erhitzte Röhren getrieben wird. In einer gewissen Entfernung von dem zu erwärmenden Local ist ein Ofen angeordnet, welcher mit irgend einem Brennmaterial geheizt werden kann. In diesem Ofen, wovon A, B, C, D¹, D², Fig. 46 bis 49, verschiedene Durchschnitte vorstellen, sind gußeiserne Röhren b, b, b angeordnet, deren Anzahl je nach dem erforderlichen Hitzegrad vermehrt werden kann. Es hat sich gezeigt, daß die Wärmezunahme der Oberfläche des Eisens im Innern der Röhren proportional sey. Zu enge Röhren hemmen die freie Ventilation, weßwegen die ovale Form D² sich am geeignetsten erweist. Die Röhren werden durch das Feuer a erwärmt. Am Eingang stehen die Röhren mit einem Ventilator e in Verbindung, welcher durch irgend eine mechanische Triebkraft in Bewegung gesetzt wird. Dieser Ventilator treibt nicht nur reine atmosphärische Luft in die Röhren b, sondern auch einen starken Luftstrom durch die Röhre f ins Feuer. Alle diese Röhren sind zur Regulirung des Luftstroms mit Klappen g, g, g versehen. Indem nun die Luft durch die erhitzten Röhren getrieben wird, erlangt sie eine sehr intensive Hitze, welche, wenn die durchgetriebene Luftmenge nicht zu groß ist, beinahe die Temperatur der Röhren selbst erreicht. Die zur Erzielung einer hohen Temperatur geeignetste Länge der gußeisernen Röhren, an deren Stelle übrigens auch steinerne gewählt werden können, ist 15 Fuß. Der Rauch circulirt in h, wird in i niedergedrückt und verläßt den Ofen durch den Schornstein k mit der Temperatur der freien Luft.

Sämmtliche Röhren werden durch die Büchse m zu einer Röhre n vereinigt, welche mit ihren Seitenröhren o die Luft nach jeder beliebigen Richtung hinleitet. Die Leitungsröhre, so wie die Seitenröhren, müssen von irgend einem schlechten Wärmeleiter umgeben werden.

Die Temperatur der die erhitzten Röhren durchstreichenden Luft kann beliebig erhöht, bis zu 300° Fahr. (119° R.) gesteigert und ohne Unterbrechung auf diesem Hitzegrad erhalten werden. Sollte es wünschenswerth erscheinen, mit Feuchtigkeit geschwängerte warme Luft fortzuleiten, so kann man diesen Zweck leicht dadurch erreichen, daß man, wenn die Triebkraft von einer Dampfmaschine hergeleitet wird, Dampf bei q in die Leitungsröhre strömen läßt, oder in der Büchse l ein eisernes Gefäß p aufstellt, das sich selbst von außen in dem Verhältniß füllt, als das Wasser durch Verdampfung abnimmt.

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