Titel: Die künstlichen Edelsteine der HHrn. Savary und Mosbach.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 11 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi01_11

Die künstlichen Edelsteine der HHrn. Savary und Mosbach.

Jedermann kennt die nach ihrem Erfinder, Straß, benannten künstlichen Edelsteine, welche im Jahr 1819 von Hrn. Douault-Wieland noch bedeutend verbessert wurden9); derselbe erhielt den im Jahr 1816 von der Société d'Encouragement dafür ausgesetzten Preis, so wie der in seinen Leistungen ihn zunächst erreichende Hr. Lançon eine goldene Medaille. Weniger glücklich als in dieser Nachahmung des Diamants war man bisher, mit Ausnahme des Smarags und Rubins, in der Nachahmung anderer gefärbter Edelsteine; so wie auch für den Straß noch zu wünschen wäre, daß außer dem schönen Wasser, das er besitzt, und seinem großen Strahlenbrechungsvermögen, ihm auch, ohne diese Eigenschaften zu beeinträchtigen, noch eine größere Härte ertheilt werden könnte.

In der neuesten Zeit zeichnen sich die HHrn. Savary und Mosbach zu Paris in der Verfertigung künstlicher Edelsteine aus. Dieselben erfanden ein neues System von Schmucken aus Auswechselsteinen (pierres de recharge) und ein Verfahren, den frisch geschnittenen Steinen eine bessere und dauerhaftere Glasur zu geben. Außer ihrer Eleganz und Güte zeichnen sich diese Schmuckgegenstände auch durch ihren billigen Preis aus. Sie werden beinahe alle durch Formen und Stempel gemacht, und nur die letzte Ausarbeitung wird aus freier Hand gegeben. Sehr angenehm ist es für Personen, die mit ihrem Schmuck gerne und auf wohlfeile Weise wechseln, daß diese Steine sehr leicht aus der Fassung genommen und durch andere ersetzt werden können.

Das auf 15 Jahre patentirte Verkaufsrecht an Pariser Bijoutiers, sofern sie offenen Laden führen, hat den Erfindern Hr. Bon abgekauft, so daß ihnen nur die Fabrication und der Detailverkauf in und außer Paris verbleibt.

Mit Recht hört man die Klage daß, bei aller Vervollkommnung der Fabrication künstlicher Diamanten, der Schmuck mit der Zeit doch seinen Glanz verliert, die Steine matt werden und durch eine Art Verwitterung unbrauchbar werden oder eine sehr kostspielige Wiederauffrischung erheischen. Die HHrn. Savary und Mosbach kündigen an, daß sie ein Verfahren gefunden haben, diesem Uebelstande zu begegnen, behalten sich aber das Geheimniß noch vor. Der Ausschuß der Société d'Encouragement, welchem sie es mittheilten, muß das Urtheil hierüber einer spätern Zeit anheimstellen. Silvestre. (Bulletin de la Société d'Encouragement, Aug. 1846 S. 456.)

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Polytechnisches Journal Bd. III S. 163.

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