Titel: Apparat zur Bereitung künstlichen Eises; von Filhol.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 12 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi01_12
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Apparat zur Bereitung künstlichen Eises; von Filhol.

Dieser Apparat hat keine andere Bestimmung, als es den Landapothekern möglich zu machen, in kurzer Zeit Eis zu bereiten, wenn es zur Heilung eines Kranken erfordert werden sollte. Dafür ist er auch wohlfeiler als mehrere der bereits bekannten zu ausgedehnterem Gebrauch bestimmten Vorrichtungen. (Preis circa 16 Fr.)

Die anzuwendenden Kältemischungen sind übrigens dieselben wie bei den andern Apparaten; der Erfinder wendet vorzugsweise folgende an:

Nr. 1 schwefelsaures Natron (Glaubersalz) 800 Gramme
käufliche Salzsäure 500 „
Nr. 2 salpetersaures Ammoniak 1 Kilogr.
Wasser 1 „

Jede Operation erfordert 3 Portionen der Mischung und gibt 1 Kilogr. Eis.

Der Apparat besteht

1) aus einem kleinen Fäßchen, oben offen und mit einem Deckel versehen, durch welchen ein Loch geht; unten am Fäßchen befindet sich ein Hahn, um die erschöpften Gemenge ablaufen zu lassen. Dieses zur Aufnahme der Kältemischung bestimmte Fäßchen steht auf einem hölzernen Dreifuß;

2) aus einer cylindrischen Blechbüchse, welche durch die Vereinigung zweier Cylinder gebildet wird, die zwischen sich einen ringförmigen Raum lassen, in welchen das Wasser kömmt, das man zum Gefrieren bringen will. Diese Büchse ist unten durch einen Blechstreifen geschlossen, der an die Wände der beiden Cylinder gelöthet ist, aber nicht darüber hervorsteht; oben durch einen Deckel, dessen Ränder kaum über die beiden Wände der Büchse hinausgeht;

3) aus einer hölzernen Rührvorrichtung mit zwei Armen, deren einer durch den leeren Raum in der Mitte der das Wasser einschließenden Büchse hinunter geht und mit seinem untern Ende in einer im Boden des Fäßchens angebrachten kleinen Höhlung aufsitzt; der zweite Arm geht zwischen der äußern Wand der Blechbüchse und der innern Wand des Fäßchens hinunter; das obere Ende des Rührers geht durch das Loch in der Mitte des Deckels und man steckt eine Kurbel daran, durch welche ihm, wenn der Apparat verschlossen ist, eine rotirende Bewegung gegeben werden kann;

4) endlich aus einem kleinen Blechreif, der mit zwei metallenen Stangen versehen ist, die etwas kürzer seyn müssen als die Blechbüchse; dieser Reif wird in das zum Gefrieren zu bringende Wasser hinabgelassen und dient, um nach beendigter Operation den erzeugten Eiscylinder leicht herausziehen zu können. (Journal de Chimie médicale, Nov. 1846, S. 669.)

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