Titel: Anwendung der Gutta-Percha zum Einbinden der Bücher etc.; von C. Nickels.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 6 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi01_6

Anwendung der Gutta-Percha zum Einbinden der Bücher etc.; von C. Nickels.

Das Verfahren des Patentträgers besteht in der Anwendung der Gutta-Percha in verschiedenen Zuständen statt der bisher benutzten Substanzen. Auf fünferlei Weise kann man sich der Gutta-Percha zum Brochiren und Bücherbinden bedienen.

1) Man bedient sich derselben aufgelöst statt des Leims, um die Bogen der gedruckten Werke zu vereinigen, statt des Nähens und der weitern Bearbeitung des Rückens, und verfährt dabei wie man es mit dem Kautschuk schon jetzt macht. Die Bogen werden zusammengelegt, geschlagen, man fährt mit einer Raspel über den Rücken und trägt eine oder mehrere Schichten einer Gutta-Percha-Lösung auf, wozu man, wenn es nöthig seyn sollte, noch einen Streifen, ebenfalls mit Gutta-Percha bestrichenen Kattuns auflegt. Die Gutta-Percha-Lösung wird gewöhnlich warm aufgetragen und zwar nicht eher eine neue Schicht, als bis die vorige trocken ist oder etwas dazwischen gelegt wurde.

2) Man bedient sich der Gutta-Percha-Lösung statt des Leims, Eiweißes, Gummi's etc. wo man diese Substanzen zur Buchbinderei anwendet.

3) Man nimmt diese Lösung auch als Bindemittel zum Marmoriren des Schnitts, zum Färben der Deckel etc.

4) Man bedient sich der Gutta-Percha in Form von Blättern statt Pergaments, Schafleders, Kalbleders, Leinwand etc. zum Bücherbinden, indem man die Verzierungen darauf druckt oder eine Lösung dieser Substanz auf vertieft oder in Relief gravirte Flächen ausgießt. Man kann die Blätter auch narben oder im plastischen Zustande über Gewebe oder verschiedene Substanzen ausbreiten.

5) Man nimmt statt der Pappe zum Binden und Deckelmachen eine Masse aus Gutta-Percha und Papierzeug, vermengt mit Scherwolle, Baumwolle oder andern Fasersubstanzen, für welche die Gutta-Percha ein gutes Bindemittel abgibt.

Will man endlich einen größern Grad von Biegsamkeit als die Gutta-Percha besitzt, so setzt man auf 4 Theile derselben 1 Thl. Kautschuk zu. (Moniteur industriel 1846, Nr. 1063.)

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