Titel: Flüssiger Pflanzendünger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 11 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi02_11

Flüssiger Pflanzendünger.

Im Kanton Zürich bedient man sich seit kurzer Zeit eines flüssigen Pflanzendüngers, durch welchen alle Arten von Gewächsen auf das Trefflichste gedeihen, derselbe wird folgendermaßen bereitet. Man nimmt 4–600 Pfd. Kräuter, Unkraut, Laub aller Art etc. und wirft sie in Haufen an einem bedeckten Ort. Nach 5 bis 8 Tagen wendet man die Masse um, so daß was innen war, herauskömmt; sie kommt stark in Gährung und in weitern 8 Tagen ist ihre grüne Farbe beinahe ganz in eine gelbe umgewandelt. Andererseits wird in einer Grube daneben eine Flüssigkeit aus 2 Pfd. Schwefelsäure, 2 Pfd. Salzgeist und 12,000 Pfd. Wasser bereitet, in dieselbe wird obige Pflanzenmasse geworfen und stark umgerührt, was etwa dreimal in der Woche geschieht; nach 2–4 Wochen ist der flüssige Dünger fertig. Sotten trockene Substanzen, wie Sägemehl, Torfstaub, Gestrüppe etc. in Dünger verwandelt werden, so braucht man diese nur, ehe man sie in Haufen bringt, mit flüssigem Dünger zu befeuchten, und zu obiger Flüssigkeit mehr Säure zu nehmen. Wenn man die Pflanzenkörper vorher zerkleinert, so tritt die Gährung viel gleichförmiger ein. Auf 36 Ares Wiesen werden 300 Hektoliter dieser Flüssigkeit genommen, und vorzüglich gerne bedient man sich dieses flüssigen Düngers, nachdem das Grummet gemäht ist. Nach zahlreichen Beobachtungen glaubt man, daß er besser auf den Boden wirkt, wenn man ihn ausbreitet, wann der Mond der Erde am nächsten ist (im Perigäum). (Agriculteur-praticien, Jul. 1846 S. 363.)

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