Titel: Schutzmittel gegen die Seekrankheit; von Jobard.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 2 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi02_2
|154|

Schutzmittel gegen die Seekrankheit; von Jobard.

Wenn man, gleichviel ob stehend oder sitzend, durch eine abwechselnde Bewegung in die Höhe gehoben und wieder herabgelassen wird, so tritt die Krisis stets während des Niedersinkens, und niemals während des Aufsteigens, ein. Daraus folgt, daß sie von dem Gehobenwerden der Eingeweidemasse herrührt, welche das Zwerchfell aufregt und die brechenerregende Bewegung desselben bewirkt. Zugleich wird die Leber comprimirt und die Gallenblase ergießt ihren Inhalt in die Gedärme, welche in Folge einer antiperistaltischen Bewegung die Galle in den Magen zurückführen, der sie bald auswirft; bei der entgegengesetzten Bewegung des Schiffs drücken die Gedärme gegen die Unterleibshöhle und entfernen sich vom Zwerchfell. Um dem Uebel zu begegnen, muß man daher die Bewegung der Eingeweidemasse gegen den obern Theil des Unterleibs zu verhüten suchen und dazu braucht man sie nur mittelst eines Gürtels unter der Brust zusammenzuhalten. Die Erfahrung lehrte, daß der Magen, damit dieser Gürtel seine Wirkung vollkommen thue, nicht ebenfalls von demselben umschlossen seyn dürfe. Aus denselben Gründen ist beim Niederlegen am Bord der Schiffe als Regel zu beobachten, daß man den Kopf stets gegen den Vordertheil des Schiffs lege, damit, während der Körper sich in der Richtung des Schiffs mitbewegt, der Druck der Eingeweide auf die Unterleibshöhle ausgeübt wird.

Hr. Arago empfiehlt folgendes, von Wollaston erprobte Mittel. Nach demselben ist die Brechluft Folge einer momentanen Congestion nach dem Gehirn, welche während des Abwärtsganges des Schiffs von einem übergroßen Druck des Bluts nach dem Gehirn herrührt. Man soll daher, während das Schiff von dem Rücken einer Welle in die Tiefe hinabfährt, tief einathmen; es gelingt dieses Mittel gewöhnlich, nach einiger Zeit aber wird es so ermüdend, daß man sich entschließt darauf zu verzichten; dann tritt aber der Brechreiz auch augenblicklich ein. (Comptes rendus, Oct. 1846 Nr. 16.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: