Titel: Verfahren um die Expansivkraft des Dampfes zu vergrößern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 1 (S. 233–234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi03_1

Verfahren um die Expansivkraft des Dampfes zu vergrößern.

In England wird gegenwärtig ein von D. Wilkinson angegebenes Verfahren vielfach besprochen, welches zum Zweck hat die Expansivkraft des Dampfes zu vergrößern, ohne daß man mehr Brennmaterial verbraucht. Das Princip dieser Erfindung besteht darin, daß man einen Strom Luft, welche auf eine hohe Temperatur (252 bis 344° R.) erhitzt ist, in den Dampf des Kessels treibt, wodurch die Temperatur und folglich die Spannung dieses Dampfes sehr erhöht wird. Man wendet dieses Verfahren folgendermaßen an: man legt eine schlangenförmig gewundene Eisenröhre in den Feuerraum; eines ihrer Enden reicht in den Kessel (mit Hochdruck oder Niederdruck) hinauf und mündet über dem Spiegel des Wassers in demselben aus; ihr anderes, Ende communicirt mit einer Druckpumpe. Der ganze Hohlraum der Röhre ist viel größer als das Volum comprimirter Luft, welches sie mit jedem Kolbenniedergang der Pumpe empfängt, daher diese Luft erst dann in den Kessel und von diesem in den Cylinder gelangt, nachdem sie so ziemlich die hohe Temperatur der Röhre angenommen hat.

Man hat nach einigen vorläufigen Versuchen berechnet, daß der Betrieb der Druckpumpe nicht über 5 Proc. der Kraft erfordert, welche auf den Kolben des arbeitenden Cylinders wirkt. Bei Versuchen welche mehrere Wochen dauerten und wobei die Dampfmaschine mit dem gewöhnlichen Druck functionirte, soll der Brennmaterialverbrauch bedeutend geringer gewesen seyn Auch hat man einen direkteren Versuch angestellt: man brachte an der Röhre mit heißer Luft einen Hahn an und notirte den Druck im Kessel als dieser Hahn geschlossen war; derselbe blieb sich so |234| ziemlich gleich und betrug ungefähr 1 1/10 Kilogr. über denjenigen der Atmosphäre; alsdann öffnete man den Hahn und in einigen Minuten betrug der Druck über 2 Kilogr.

Man muß nun die weiteren Versuche über dieses neue Princip abwarten, wobei die mittelst eines kleinen Volums stark erhitzter aber unzersetzter Luft in den Dampf eingeführte Wärme die Hauptwirkung hervorbringt, nicht aber diese Luft nach ihrer Ausdehnung, wo sie als Element der Triebkraft wirkt. (Technologiste, Decbr. 1846 S. 76.)

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