Titel: Verfahren die fetten und öligen Substanzen aus dem Wasser abzuscheiden, welches zum Entfetten der gekämmten und gesponnenen Wolle und der Wollengewebe gedient hat; von J. H. Shearman.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 6 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi03_6

Verfahren die fetten und öligen Substanzen aus dem Wasser abzuscheiden, welches zum Entfetten der gekämmten und gesponnenen Wolle und der Wollengewebe gedient hat; von J. H. Shearman.

Man bringt dieses Wasser in eine große Kufe, um das in den seifenartigen Materien desselben enthaltene Alkali mit Schwefelsäure oder einer sonstigen geeigneten Säure zu neutralisiren. Dabei scheidet sich eine schaumige und schmutzige Masse ab, welche sich auf die Oberfläche der Flüssigkeit begibt; man sammelt dieselbe mit einem großen Schaumlöffel und schüttet sie in einen Kessel aus Blei, oder überhaupt einem Metall welches die angewandte Säure nicht angreifen kann. Darin wird der Schaum auf 80° R. erhitzt und alsdann mit mehr oder weniger verdünnter Salzsäure behandeln den flüssigen Theil läßt man nun am Boden des Kessels sich absetzen und zieht ihn durch einen Hahn ab; das übrige aber läßt man mehrere Stunden kochen und die ölige Materie, welche sich dann auf der Oberfläche sammelt, wird von Zeit zu Zeit mittelst eines großen kupfernen Löffels abgeschöpft. Die so erhaltene mit Talgsäure vermischte Oelsäure gießt man in einen kupfernen Kessel, erhitzt sie darin auf 56 bis 64° R. und vermengt sie dann mit Kreidepulver um die Mineralsäure zu neutralisiren; diese Neutralisation wird durch Zusatz von feingepulvertem Zink oder Zinkfeile vervollständigt. Das Gemenge wird hierauf 30 Minuten lang umgerührt und nach und nach bis zum Siedepunkt des Wassers erhitzt, worauf man es einige Minuten ruhig stehen läßt um dann kochendes Wasser darauf zu gießen, beiläufig den zehnten Theil vom Volum des Oeles, womit man die Masse 20 Minuten umrührt; endlich läßt man sie beiläufig zwei Tage lang ruhig stehen und zwar in gelinder Wärme, um das Absetzen des Wassers und der anderen Materien zu erleichtern. Nach Verlauf dieser Zeit zieht man das Oel oder die fette Substanz klar ab; dieselbe eignet sich nun zu allen gewöhnlichen Zwecken. (Technologiste, Nov. 1846 S. 70.)

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