Titel: Die Ackerbohnen als Surrogat für die Kartoffeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 10 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi04_10
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Die Ackerbohnen als Surrogat für die Kartoffeln.

Die landwirthschaftliche Dorfzeitung von W. Löbe empfiehlt die Acker- oder Pferdebohnen (Vicia faba) als das billigste und beste einheimische Surrogat für Kartoffeln und Brod, indem diese Bohnen das Nahrhafteste liefern, was das Pflanzenreich bei uns erzeugt.

„Man bereitet sie zur Speise auf folgende Weise zu. Nachdem die Bohnen über Nacht im Wasser erweicht worden, setzt man sie in einem Topfe mit reinem Wasser zum Kochen aus Feuer. Sobald das Wasser den Siedpunkt erreicht hat, wird es von den Bohnen abgegossen und reines kochendes Wasser den Bohnen wieder zugegeben. Nun läßt man sie kochen, bis sie weich sind. Bei alten überjährigen und harten Bohnen erreicht man das Weichwerden leicht durch einen Zusatz von einer Messerspitze voll Potasche oder Soda. Unter jedes Gemüse können die Bohnen dann ähnlich wie Kartoffeln gerührt werden, oder man ißt sie allein mit Salz, Pfeffer und einer sauren Sauce, in der etwas gebratener Speck enthalten ist. Alle Leute, die von den so zubereiteten Bohnen genossen haben, stimmen darin überein, daß sie nicht nur das billigste, sondern auch das wohlschmeckendste Surrogat für Kartoffeln und Brod sind.

Mit Roggen- und Weizenmehl liefert das Bohnenmehl (in angemessener Menge) verbacken bekanntlich ein vorzügliches Brod, und der Mais (Welschkorn), den gegenwärtig England und Belgien in so großer Menge beziehen, kommt den Pferdebohnen in keiner Beziehung gleich.“ (Riecke's Wochenblatt, 1847 Nr. 7.)

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