Titel: Ueber die Erzeugung des Grünspans mittelst Weintrebern; von Zahorzansky v. Worlick in Ruppersthal.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 5 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi04_5

Ueber die Erzeugung des Grünspans mittelst Weintrebern; von Zahorzansky v. Worlick in Ruppersthal.

Längere Zeit mich im südlichen Frankreich aufhaltend, wo der Weinbau und mit selbem vereint die Grünspanerzeugung allgemein von jedem Weinbergbesitzer betrieben wird, habe ich die Verfahrungsart genau beobachtet und sie so leicht und einfach gefunden, daß sie von jedem Knaben betrieben werden kann. Sie erfordert nur eine genaue Vorsicht, damit jeder Vergiftung vorgebeugt werde, die auf dem Lande, besonders in Dörfern, wo die Kinder den ganzen Tag ohne Aufsicht herumlaufen und alles durchstöbern, um so leichter sich ereignen könnte, als die Erzeugung in den Bauernhöfen oder in der Nähe der Weinpresse geschehen muß. Uebrigens wird dieselbe für jeden auch noch so kleinen Weinbergbesitzer lohnend werden, denn die Arbeit ist unbedeutend und die einzige Auslage die Anschaffung des Kupfers.

Das ganze Verfahren ist folgendes. Man verschafft sich Kupferplatten von beiläufig 6–7'' Länge, 4–4 1/2'' Breite und 1/4'' Dicke und steckt selbe 1–2–300 und noch mehr, je nachdem der Haufen Weintrebern groß ist, in diesen, ohne daß sie sich jedoch berühren. Nach 24 Stunden oder etwas mehr sind die Platten ganz mit Grünspan überzogen, werden herausgenommen, der Grünspan abgeschaben und die Platten wieder hineingesteckt, und so wird fortgefahren bis dieselben ganz in Grünspan verwandelt sind. Dieß ist das Ganze der Manipulation, wobei nur zu beobachten, daß gleich nach Auspressung des Weines die Trebern an einen schattigen Ort auf einen Haufen kommen und gleich die Arbeit begonnen wird, weil, wenn der Haufen und die Hitze groß wird, der Haufen zu gähren anfängt und den Effect mindert. Je saurer der Wein, je besser zur Grünspanerzeugung. (Niederösterr. landwirthschaftl. Wochenbl.)

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