Titel: Ueber die Wirkung der concentrirten Schwefelsäure auf die Metalle; von Maumené.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 6 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi04_6

Ueber die Wirkung der concentrirten Schwefelsäure auf die Metalle; von Maumené.

Die Wirkung der concentrirten Schwefelsäure auf die Metalle bei gelinder Hitze ist in der Regel sehr einfach und wird durch die Gleichung M + 2SO³ = MO SO³ + SO² ausgedrückt; die Thatsachen sind aber nicht immer so einfach wie die Theorie und in einigen Fällen sogar sehr complicirt.

Erhitzt man Kupfer und Schwefelsäure, so bildet sich schweflige Säure und schwefelsaures Salz; zugleich setzt sich aber ein schwarzes Pulver ab, welches gerade so wie Kupferoxyd aussieht. In dem Augenblick, wo sich durch Zersetzung der Schwefelsäure schwefligsaures Gas entbindet, setzt sich ein braunes Pulver ab, |318| welches Einfach-Schwefelkupfer ist; dasselbe bleibt aber nicht lange unverändert, sondern wird schwarz. Nach seiner Bildung verbindet sich nämlich das Einfach-Schwefelkupfer bald mit etwas Kupferoxyd, um Cu⁵ S² O = 2Cu² S CuO zu bilden; dieses verliert dann 2 Aequiv. Kupfer und wird Cu³ S² O = 2 Cu S CuO; letzteres verbindet sich endlich mit etwas Kupferoxyd, so daß das endliche Product in der Regel eine Verbindung von Einfach-Schwefelkupfer und Kupferoxyd ist. Uebrigens beträgt das Kupfer, welches sich in schwefelsaures Salz verwandelt, beiläufig 50mal so viel als das in dem Oxysulfurid enthaltene.

Auf Blei wirkt die concentrirte Schwefelsäure eben so; das sich absetzende schwefelsaure Blei ist immer durch Schwefelblei stark grau gefärbt. Wismuth, Zinn, Antimon und Arsenik zeigen keine Spur eines Sulfurids, aber gegen das Ende der Operation verdichtet sich immer etwas Schwefel auf den kalten Theilen der Retorte; auch beim Silber konnte ich kein Schwefelsilber beobachten.

Die Oxysulfuride entstehen dadurch, daß am Anfang der Operation eine kleine Menge Schwefelsäure durch das Metall zersetzt wird, welches ihr nicht nur den Sauerstoff, sondern zugleich den Schwefel entzieht. (Annales de Chimie et de Physique, Nov. 1846, S. 311.)

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