Titel: Verhinderung der Kartoffelkrankheit und ihrer Fortpflanzung; von Colomb zu Wesserling (Oberrhein).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 9 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi04_9

Verhinderung der Kartoffelkrankheit und ihrer Fortpflanzung; von Colomb zu Wesserling (Oberrhein).

Im Jahr 1845 stellte ich mehrere Versuche an, um die Fortpflanzung der Krankheit durch den Contact der angesteckten Kartoffeln den Winter über zu verhindern. Das Verfahren, die Kartoffeln zu conserviren, welches am besten anschlug, beruht auf der Einwirkung sowohl des directen als zerstreuten Lichtes auf die von der Krankheit befallenen Kartoffeln.

Ich brachte nämlich in der Krankheit sehr vorgerückte Kartoffeln in die genaueste Berührung mit gesunden, indem ich Häufchen von 12 Kartoffeln bildete.

Das erste Häufchen wurde in einen ganz dunkeln Keller gebracht, und mit Brettern umgeben, um jeden Lichtstrahl davon abzuhalten.

Das zweite Häufchen brachte man ebenfalls an einen kühlen, aber minder feuchten Ort als den Keller.

Das dritte Häufchen wurde gegenüber von einem Fenster gelegt, welches das volle Sonnenlicht hatte, das Fenster geöffnet, und Tag und Nacht einem leichten Luftzug ausgesetzt.

Die gesunden Kartoffeln von 1 und 2 wurden nach achttägiger Berührung angesteckt; sie hatten alle bedeutend Schaden gelitten.

Die gesunden Kartoffeln von Nr. 3 hingegen hatten gar keine Veränderung erlitten und merkwürdigerweise hatten die Anfangs in einem sehr vorgeschrittenen Zustand der Krankheit befindlich gewesenen Kartoffeln, welche absichtlich unter den brandigen ausgewählt worden waren, gar keine Veränderung erlitten; die Wirkung des Lichts hatte der weitern Zersetzung der Masse Einhalt gethan.

Es wäre von Interesse, daß weitere Untersuchungen angestellt würden, ob der Erfolg hier nicht von localen Ursachen abhing, oder ob die Wirkung des Lichts wirklich im Stande ist, die Krankheit in ihrem Fortschritt aufzuhalten. (Bulletin de la Société d'Encouragement, Sept. 1846, S. 512.)

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