Titel: Verfahren reines Quecksilber darzustellen; von Millon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 6 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi05_6

Verfahren reines Quecksilber darzustellen; von Millon.

Das Quecksilber läßt sich vollkommen reinigen, indem man es eine beträchtliche Zeit lang mit schwacher Salpetersäure schüttelt; auf zwei Pfund Metall nimmt man beiläufig anderthalb Unzen einer Säure, welche mit ihrem doppelten Volum Wasser verdünnt ist. Nachdem die Flüssigkeit abgesondert ist, kocht man das Quecksilber mit so viel reiner Salpetersäure, als hinreicht um beiläufig neun Zehntel des Metalls aufzulösen. Das so gebildete salpetersaure Quecksilber muß durch Erhitzen in rothes Oxyd verwandelt und letzteres in einer Porzellanretorte geglüht werden, um es zu reduciren. |399| Bei diesem Verfahren löst die erste Portion Salpetersäure die Metalle auf, welche leichter oxydirbar sind als das Quecksilber; die zweite Portion Säure läßt die Metalle, welche weniger oxydirbar sind als das Quecksilber, in dem unaufgelösten Antheil zurück.

Da das nach diesem Verfahren reducirte Quecksilber eine ziemliche Menge Oxyd auflöst, so muß man letzteres durch Schütteln mit Schwefelsäure absondern; das Quecksilber wird dann mit sehr viel Wasser ausgewaschen und im Recipient der Luftpumpe über Schwefelsäure getrocknet. So gereinigtes Quecksilber wurde von Regnault zur Bestimmung der Dichtigkeit dieses Metalls angewandt.

Versetzt man Quecksilber in einer Flasche mit einer Salzlösung, z.B. von Chlorcalcium, Salmiak, Salpeter etc., so zertheilt es sich immer in runde Kügelchen, welche eine lange Zeit über von einander getrennt bleiben; merkwürdig ist es aber daß die Größe der Kügelchen, welche außerordentlich verschieden ist, immer von der Natur der wässerigen Auflösung abhängt. Einige Auflösungen veranlassen sogleich eine außerordentliche Zertheilung in dem Quecksilber; andere hingegen erzeugen nur sehr große Kügelchen, man mag sie noch so lange mit dem Metall schütteln? und immer bringt dieselbe Auflösung auch dieselbe Wirkung hervor. Wegen dieses Einflusses der Salzauflösungen ist es oft so schwer, das Quecksilber nach seiner Reduction auf nassem Wege zu sammeln. (Annales de Chimie et de Physique, Nov. 1846.)

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